| Sovaldi gegen Leberentzündung

Sovaldi-Hersteller einigt sich mit Krankenkassen über Erstattung

Sovaldi ist wirksam und hat geringe Nebenwirkungen
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Sovaldi ist ein Medikament das Menschen hilft, die an einer Leberentzündung mit dem Hepatitis-C-Virus leiden. Eine US-Firma wollte sich so lange wie möglich ihr Hepatitis-C-Präparat Sovaldi teuer bezahlen lassen. Jetzt gibt es eine Einigung mit den Kassen.

Hepatitis-C-Patienten können weiter das hochwirksame, aber extrem teure Präparat Sovaldi verschrieben bekommen. Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) einigten sich mit dem US-Pharmaunternehmen Gilead auf einen Erstattungsbetrag pro Packung von rund 14 500 Euro, wie das Unternehmen am 12.2.2015 mitteilte. Die letztlich überraschende Vereinbarung über das Präparat gilt laut GKV-Spitzenverband für drei Jahre.

Sovaldi: Hohe Wirksamkeit und geringe Nebenwirkung

Mehrere hunderttausend Menschen in Deutschland sind an einer Leberentzündung mit dem Hepatitis-C-Virus erkrankt. Die Krankheit ist heilbar, die bisherigen Medikamente haben aber erhebliche Nebenwirkungen. Das vor gut einem Jahr in Deutschland eingeführte Präparat Sovaldi (Wirkstoff: Sofosbuvir) hat den Angaben zufolge eine sehr hohe Wirksamkeit bei sehr geringen Nebenwirkungen.

Kosten einer Sovaldi-Therapie

Nach Angaben von Gilead beträgt der Preis für eine zwölfwöchige Therapie rund 43 500 Euro. Bei den Kassen verbleiben nach Abzug der gesetzlichen Abschläge 41 000 Euro. Bisher kostete eine Therapie Angaben zufolge mindestens 60 000 Euro.

Preisstaffelung für Sovaldi

Der vom 23. Januar an rückwirkend vereinbarte Erstattungsbetrag solle zeitnah auch in Fachkreisen wie Apotheken veröffentlicht werden. Es sei innerhalb der drei Jahre eine Staffelung verabredet worden, die in den zwei folgenden Jahren zu weiteren Einsparungen führe, erläuterte der GKV-Spitzenverband. Um den Kompromiss sei gut sieben Monate gerungen worden.

Schiedsspruch zu Sovaldi Verhandlung

Die Verhandlungen zwischen Unternehmen und GKV-Spitzenverband waren Mitte Januar zunächst gescheitert, da die einjährige Frist für eine Verständigung auf einen Erstattungsbetrag abgelaufen war. Danach ging der Fall zu einer Schiedsstelle, die weitere drei Monate Zeit hatte, eine Einigung herbeizuführen. Parallel verhandelten Unternehmen und GKV-Spitzenverband weiter. Mit ihrer Einigung wird nun ein Schiedsspruch hinfällig.

Größere Kassen handeln Rabatte für Sovaldi aus

Einige größere Kassen wie die Barmer GEK oder die Techniker Krankenkasse (TK) hatten schon zuvor eigenständig Rabatte mit Gilead ausgehandelt. Nach Angaben des Unternehmens ist in diese Rabattverträge neben Sovaldi bereits das Nachfolgeprodukt Harvoni einbezogen.

Schlagworte zum Thema:  Medikament, Arzneimittel, Kostenerstattung

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