Jeder zweite Beschäftigte muss mit Armutsrente rechnen
Jeder zweite Beschäftigte kann nach einem Zeitungsbericht im Alter nur mit einer gesetzlichen Rente auf Grundsicherungsniveau rechnen. Das geht aus einer aktuellen Datenübersicht der Bundesregierung und des Statistischen Bundesamtes hervor.
DRV: Keine Auskunft über tatsächliche Einkommenslage
Die Deutsche Rentenversicherung Bund warnt allerdings vor voreiligen Schlüssen. Die vorgelegten Zahlen gäben keine Auskunft über die tatsächliche Einkommenslage von Rentnerhaushalten, wie Pressesprecher Dirk von der Heide erklärte. Vielmehr verfügten diese in vielen Fällen über Einkünfte aus weiteren Quellen, beispielsweise Betriebsrenten, Kapitaleinkünfte oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Die Bundesregierung will im kommenden Jahr ein Gesetz zur weiteren Verbreitung der Betriebsrente beschließen.
Drei Prozent der heutigen Rentner beziehen Grundsicherung
Ein Gesamtbild der Einkommenslage vermittele der aktuelle Alterssicherungsbericht der Bundesregierung aus 2016, so der Sprecher von der Heide. Demnach liege das durchschnittliche Nettoeinkommen eines Ehepaars ab 65 Jahren bei rund 2.500 Euro. Von den heutigen Rentnern bezögen drei Prozent zusätzlich Grundsicherung im Alter, weil Rente und weitere Einkommen zusammen unter dem Grundsicherungsniveau liegt.
Aktuelle Verdiensterhebung als Berechnungsgrundlage
Die Zeitung hatte berichtet, es sei ein monatliches Bruttogehalt von 2.330 Euro nötig, um im Laufe eines durchschnittlich langen Arbeitslebens von derzeit 38 Jahren eine Rente in Höhe der staatlichen Altersgrundsicherung zu erzielen. Nach der aktuellen Verdiensterhebung des Statistikamtes von 2014 verdienten in den gut 37 Millionen erfassten Beschäftigungsverhältnissen aber 19,5 Millionen Beschäftigte weniger als 2.330 Euro. Damit bekämen 52 Prozent im Alter eine Rente unter dem durchschnittlichen Alters-Grundsicherungsbedarf von 795 Euro.
Höheres Rentenniveau hilft bedürftigen Rentnern nicht
Die von Gewerkschaften und Sozialverbänden erhobene Forderung nach einem höheren Rentenniveau hilft aus Sicht des Caritasverbandes gerade nicht den bedürftigen Rentnern. Bei ihnen werde eine höhere Rente mit der Grundsicherung verrechnet, sagte der Generalsekretär des Deutschen Caritasverbands, Georg Cremer.
Cremer: «Wir reden über die Bekämpfung der Altersarmut und sprechen dabei von Maßnahmen, die die Armen gar nicht erreichen.»
Haltelinie beim Rentenniveau geplant
Das Rentenniveau gibt das Verhältnis der Rente zum Durchschnittslohn an. Befürchtet wird, dass es ohne Reform von derzeit 48 Prozent bis 2045 auf 41,7 Prozent sinkt. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will eine Haltelinie bei 46 Prozent erreichen. Dem DGB und vor allem der Linkspartei reicht das nicht.
-
Neue Regelungen beim Krankengeld ab 2027
2.268
-
Wie wirkt sich Krankengeld auf die Rente aus?
1.108
-
Urlaub während Krankschreibung: Was ist zu beachten?
1.023
-
Einmalzahlungen und ihre Wirkung auf das Krankengeld
180
-
Neue Arbeitsverhältnisse
176
-
Entgeltfortzahlung und Krankengeld - unterschiedliche Berechnungen beachten
148
-
Erste Fragen zur neuen AU-Bescheinigung
145
-
Die rechtmäßige Aufforderung durch die Krankenkasse
135
-
Widerspruch gegen die Aufforderung der Krankenkasse zur Reha
130
-
Reanimation allein begründet nicht automatisch vollstationäre Vergütung
117
-
Sozialversicherungswerte 2027: Rechengrößen im Leistungsrecht
28.09.2026
-
Antragsloses Kindergeld ab 2027 vom Bundesrat beschlossen
28.09.2026
-
Qualitätssicherung im Krankenhaus darf nicht auf dem Spiel stehen
24.09.2026
-
Künstliche Intelligenz treibt Klagezahlen an Sozialgerichten in die Höhe
23.09.2026
-
Aktuelle Finanzentwicklung der GKV 2026
21.09.2026
-
Bundesregierung plant härteres Vorgehen gegen Sozialmissbrauch
18.09.2026
-
Hybrid-DRGs sorgen für deutlichen Ausgabenanstieg bei der GKV
17.09.2026
-
Apothekenzahl in Deutschland erreicht niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren
16.09.2026
-
Wegeunfall nach Umweg für vergessenen Schlüssel?
14.09.2026
-
Urteile zur gesetzlichen Unfallversicherung im Überblick
14.09.2026