| Gesundheitstipp

Nicht jeder Stich einer Zecke macht krank

Beim Stich durch eine Zecke können Krankheiten übertragen werden.
Bild: www.zecken.de ⁄

Zecken sind gefürchtet. Ihre "Bisse" übertragen Krankheiten. In Risikogebieten wird dringend zur Impfung geraten. Es gibt keinen Rundumschutz, doch man kann einiges tun, um Zeckenstiche und die Folgen zu vermeiden.

Die Zecke - auch gemeiner Holzbock genannt - lebt auf Grashalmen, Sträuchern und im feuchten Laub. Der Blutsauger kann Krankheiten übertragen. Da immer häufiger über Risiken berichtet wird, verleidet die Angst vor Zecken so manchem den Aufenthalt im Freien. Doch nicht jeder Zeckenstich überträgt eine Krankheit, weiß Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer GEK. Zudem kann man sich wirksam schützen.

Nicht alle Zecken übertragen Borreliose und FSME

Zecken bohren ihren Saugrüssel in die Haut von Tieren und Menschen. Durch diese Stiche (nicht Bisse) übertragen sie Borreliose-Bakterien und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis-Viren (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung. "Das passiert aber nicht bei jedem Stich", beruhigt die Expertin. Eine Ansteckung erfolgt nur dann, wenn die Insekten selbst das Virus oder Bakterien in sich tragen.

Vor Zeckenstichen schützen

"Zecken lauern nicht auf Bäumen, um sich dann gezielt auf uns fallen zu lassen, und sie können auch nicht springen", erläutert Frau Dr. Petzold. In der Regel streifen Menschen die Zecken im Vorbeigehen ab. Wer querfeldein durch Wald und Wiesen unterwegs ist, kann Zeckenstiche verhindern, indem er geschlossenes Schuhwerk und lange Hosen trägt. Auf heller Kleidung, kann man die Tiere besser erkennen. Auch bestimmte frei verkäufliche Insektenschutzmittel, die man auf die Haut aufträgt, bieten stundenweisen Schutz.

Wenn die Zecke gebissen hat

Von der Methode, eine am Körper befindlichen Zecke mit Öl, Nagellack oder Klebstoff zu beträufeln, damit sie "loslässt", rät Petzold ab: "Wenn die Zecke in Stress gerät oder gequetscht wird, schüttet sie umso mehr Erreger aus." Am besten entfernt man die Plagegeister, indem man sie möglichst nah an der Haut, beispielsweise mit einer sogenannten Zeckenkarte oder einer speziellen Pinzette, vorsichtig, aber möglichst auf einmal, herauszieht.

Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man sich als erste Maßnahme beim Duschen gründlich absuchen. Bevorzugte Stellen der Zecke sind unter anderem Hals, Kopf, Achseln, Kniekehlen und der Genitalbereich, weil hier die Haut vergleichsweise dünn ist.

Hirnhautentzündung durch Zeckenstiche geht zurück

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet, dass 2012 die Zahl der durch Zeckenstiche verursachten gemeldeten Hirnhautentzündungen so niedrig wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht 2001 ist.

FSME nur in Risikogebieten - dort durch Impfung schützen

FSME kommt in Deutschland nur in bestimmten Gebieten vor, beispielsweise in Bayern, Baden-Württemberg sowie in Teilen von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. "Aber selbst dort sind bei weitem nicht alle Zecken auch Überträger der Krankheit", so Petzold. "Personen in Risikogebieten sollten ihren Impfschutz gegen FSME überprüfen lassen."

Eine übersichtliche Verbreitungskarte findet sich unter www.zecken.de.

Borreliose gibt es überall

Die Übertragung von Borrelien ist dagegen ein bundesweites Phänomen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind europaweit 5 bis 35 % Zecken mit diesen Bakterien infiziert. Typisch für eine Borreliose ist ein roter Hautring rund um die Einstichstelle. Bleibt die Krankheit unbehandelt, können sich als Spätfolgen Gelenkentzündungen, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen einstellen. "Wenn man früh genug zum Arzt geht, lässt sich die Krankheit aber gut mit Antibiotika therapieren", erläutert Petzold.

Schlagworte zum Thema:  Impfung, FSME, Zecke

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