Entwicklung von Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen fördern
Die Pharmaindustrie hat Erleichterungen und steuerliche Anreize für die Entwicklung von Arzneimitteln gegen seltene Krankheiten gefordert.
Für kleine Unternehmen Entwicklung nicht attraktiv
Angesichts der kleinen Märkte sei es «unter regulären Bedingungen für Unternehmen wenig attraktiv», solche Medikamente zu entwickeln, erklärte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) am 11.2.2016 in Berlin. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung ließen sich unter diesen Marktbedingungen kaum wieder erwirtschaften.
Kritik an Orphan Drugs
Der Verband wies Kritik zurück, die Zulassungsanforderungen für solche sog. Orphan Drugs seien zu gering. Es sei sicher nachvollziehbar, dass eine klinische Prüfung an wenigen Patienten anders verlaufe als bei Volkskrankheiten. Im übrigen würden Arzneimittel in der EU nur dann zugelassen, wenn der Nutzen für den Patienten mögliche Risiken überwiege. «Das gilt uneingeschränkt auch für Orphan Drugs», erklärte der Verband.
Arzneimittel ohne Zusatznutzen?
Zwangsabschläge und Diskussionen über Festbeträge für Medikamente gegen seltene Krankheiten oder ähnliche Eingriffe in den Markt gefährdeten nicht nur die Versorgung der Patienten, sondern auch innovative Ansätze von Pharma- und Biotechunternehmen, warnte der BPI. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hatte vor kurzem kritisiert, dass Arzneien gegen seltene Krankheiten ohne ausreichende Prüfung ein Zusatznutzen unterstellte werde, dem diese nur in sehr wenigen Fällen gerecht würden.
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