Arbeitgeber dürfen für das Weihnachtsgeld eine Stichtagsregelung treffen
Eine tarifliche Regelung, wonach der Anspruch auf eine Sonderzahlung vom Bestand des Arbeitsverhältnisses am 1. Dezember des Jahres abhängt, benachteiligt Arbeitnehmer, die vor diesem Stichtag wegen Erreichens des gesetzlichen Rentenalters aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden, nicht unzulässig wegen ihres Alters.
Gemäß § 20 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) haben Beschäftigte, die am 1. Dezember in einem Arbeitsverhältnis stehen, Anspruch auf eine Jahressonderzahlung, deren Höhe zwischen 60 und 90 % des durchschnittlichen Monatsentgelts beträgt. Der ausgeschiedene und klagende Mitarbeiter war seit 1968 bei der beklagten Stadt beschäftigt. Zum 31. Oktober 2009 ist er aufgrund Erreichens des gesetzlichen Rentenalters aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden. Eine Sonderzahlung hat die Arbeitgeberin für das Jahr 2009 an ihn nicht geleistet. Der Kläger vertratdie Auffassung, ihm stehe die Sonderzahlung trotz seines Ausscheidens vor dem 1. Dezember zu. Die tarifliche Regelung diskriminiere ihn wegen seines Alters.
Stichtagsregelung ist rechtens
Die Regelung in § 20 TVöD, wonach Voraussetzung für den Anspruch auf eine Sonderzahlung das Bestehen des Arbeitsverhältnisses am 1. Dezember des Jahres ist, ist rechtswirksam. Insbesondere werden dadurch ältere Arbeitnehmer nicht entgegen den Bestimmungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) wegen ihres Alters in unzulässiger Weise benachteiligt. Eine unmittelbare Benachteiligung liegt nicht vor, da der Anspruch auf die Sonderzahlung nicht vom Alter des Beschäftigten abhängt. Es sind auch keine Anhaltspunkte erkennbar, dass ältere Arbeitnehmer überproportional von der Regelung betroffen sind (mittelbare Diskriminierung).
Auch andere Beschäftigte, die beispielsweise wegen des Ablaufs eines befristeten Arbeitsvertrags, wegen einer Eigenkündigung oder einer arbeitgeberseitigen Kündigung vor dem 1. Dezember ausscheiden, haben unabhängig von ihrem Alter keinen Anspruch auf die Sonderzahlung (BAG, Urteil vom 12.12.2012, 10 AZR 718/11).
-
Geschenke an Mitarbeitende und Geschäftsfreunde
2.3581
-
Neue Entfernungspauschale ab 2026: Auswirkungen auf die Entgeltabrechnung
1.835
-
Elektrofahrzeuge: Aufladen im Betrieb und zuhause
1.78544
-
Entgeltfortzahlung: Wenn unterschiedliche Krankheiten aufeinander folgen
1.693
-
Was die Umsetzung der Rentenreform für Arbeitgeber bedeutet
1.565
-
Was passiert bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze?
1.492
-
Urlaubsanspruch bei Arbeitgeberwechsel richtig berechnen
1.37616
-
Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung von Arbeitnehmenden
1.263
-
Sachbezugswerte für Mahlzeiten im Jahr 2026 und mehr
1.238
-
Aktuelle Rechtslage bei Sachbezügen und Gutscheinen
1.15814
-
Steuerliche Förderung bei Elektro- und Hybridfahrzeugen
10.08.2026
-
Das Dienstrad: wenn Gesundheit zum täglichen Benefit wird
10.08.2026
-
Kündigung wegen Aufhängens einer "Stolzmonat-Flagge"
10.08.2026
-
Der Agenda-Stresstest
07.08.2026
-
Wie sich kommunale Unternehmen zukunftsfähig aufstellen können
06.08.2026
-
Meinungsfreiheit im Arbeitsverhältnis und ihre Grenzen
06.08.2026
-
Jeder Dritte glaubt nicht mehr ans Leistungsprinzip
06.08.2026
-
Personalmesse München 2026: Wo HR, Lernen und KI zusammenfinden
05.08.2026
-
Kündigung wegen formeller Fehler unwirksam
05.08.2026
-
Jüngere Bewerber werden bevorzugt – trotz fehlender Qualifikation
05.08.2026