Deutschland ist zweitbeliebtestes Studienland für Wirtschaftswissenschaften
Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr vom fünften auf den zweiten Platz der attraktivsten Studienorte für Business-School-Studierende geklettert. Großbritannien liegt auf Platz eins, die USA rutschen auf Rang drei. Das ist das Ergebnis der Studie "2025 Business of Branding" von Carrington Crisp und EFMD. 2.035 Studieninteressierte aus 36 Ländern haben an der zugrundeliegenden Umfrage teilgenommen. Unter ihnen erwägen gut zwei Drittel (65 Prozent) ein Bachelorstudium, ein Drittel (32 Prozent) ein Masterstudium und 12 Prozent ein MBA-Studium.
Warum Deutschland als Studienland beliebt ist
Ein zentraler Faktor für den Imagewandel: 78 Prozent der Befragten verbinden Deutschland mit einer starken und dynamischen Wirtschaft – mehr als von den USA (74 Prozent) und Großbritannien (76 Prozent) ein solches Bild haben. Auch in puncto Karriereperspektiven nach dem Abschluss liegt Deutschland mit 79 Prozent vorn. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) empfinden die Visumsvergabe als unkompliziert – ein Wert, der deutlich über dem der USA (49 Prozent) und Großbritannien (57 Prozent) liegt.
USA: Imageverlust durch politische Unsicherheiten
Die USA, lange Zeit führendes Ziel für internationale Studierende in Wirtschaftswissenschaften, verlieren an Attraktivität. 26 Prozent der Befragten geben an, das Land aufgrund der Politik der Trump-Regierung nicht mehr in Betracht zu ziehen. Hinzu kommen 21 Prozent, die Bedenken haben, ein Visum zu erhalten, sowie 22 Prozent, die skeptisch sind, was Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Studium betrifft. Fast drei Viertel derjenigen (74 Prozent), die die USA als Studienort in Betracht ziehen würden, halten das Studium in dem Land für teuer.
Großbritannien rückt als beliebtestes internationales Studienziel von Platz zwei 2024 nun auf Platz eins. Es wird als attraktivstes (85 Prozent) und gastfreundlichstes (80 Prozent) Land wahrgenommen. Zum Vergleich: 76 Prozent der Befragten finden Deutschland attraktiv und gastfreundlich. Die USA hat zwar noch für viele eine gewisse Attraktivität (74 Prozent), aber fällt bei der Einschätzung der Gastfreundlichkeit deutlich auf 59 Prozent ab.
Studium: Marke des Landes ist entscheidend
"Die Marke eines Studienlandes wird durch politische, soziale, wirtschaftliche, kulturelle und geografische Faktoren geprägt", betont Andrew Crisp, Inhaber der Beratung Carrington Crisp und Autor der Studie. Schon kleine Veränderungen könnten die Wahrnehmung entscheidend beeinflussen. In Deutschland hat man diese Sensibilität für Details offenbar erkannt: Die ESMT Berlin, die Mannheim Business School und die WHU – Otto Beisheim School of Management haben sich zur Initiative "Say JA to Germany" zusammengeschlossen. Ziel ist es, Deutschland als verlässlichen, offenen und exzellenten Ort für Studium, Forschung und Austausch weiter zu stärken – indem die Partner ihre Außenkommunikation abstimmen und sich öffentlich gemeinsam positionieren.
"Say JA to Germany": Initiative für Weltoffenheit und Qualität
Geplant sind eine internationale Kommunikationskampagne, Social-Media-Aktivitäten mit Testimonials sowie gemeinsame Auftritte auf Bildungsmessen weltweit. "Deutschland überzeugt internationale Studierende mit exzellenter Lehre, englischsprachigen Programmen und klaren Karriereperspektiven", erklärt Jörg Rocholl, Präsident der ESMT Berlin. Christian Andres, Dean der WHU, unterstreicht die Bedeutung offener Formate in Zeiten globaler Unsicherheiten: "Als Hochschulen tragen wir eine besondere Verantwortung dafür, Räume zu schaffen, in denen kritisches Denken, wissenschaftliche Integrität und interkultureller Austausch nicht nur möglich, sondern ausdrücklich gewünscht und gefördert werden."
Deutschland punktet neben akademischer Qualität und einem stabilen politischen Umfeld auch mit vergleichsweise bezahlbaren Studienprogrammen, klaren rechtlichen Rahmenbedingungen und hoher wissenschaftlicher Freiheit. Joachim Lutz, Präsident der Mannheim Business School, spricht von einem klaren Signal: "Deutschland ist eine exzellente Heimat für internationale Studierende."
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