Trends für die Weiterbildung des Jahres 2030
Um Trends rund um das "Lernen im Jahr 2030" zu prognostizieren, hat das Institute of Corporate Education (Incore) in Zusammenarbeit mit der F.A.Z. Executive School eine Delphi-Studie durchgeführt. Daran haben 102 Weiterbildungs-Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden teilgenommen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Entwicklung von Führungskräften und deren Soft Skills künftig eine große Rolle spielen werden: Die Persönlichkeit des Chefs werde sich für die Teilnehmer zu einem Kernthema entwickeln, so eine Prognose der Studienautoren. Inhalte solcher Trainingsmaßnahmen könnten demnach vor allem Charakter und Authentizität, aber auch spezifische Denkmuster wie erlernter Optimismus werden. Die stetig wachsenden Anforderungen an Führungskräfte würden daneben zu weiteren neuen Trainingsangeboten, wie etwa zur Offline-Kompetenz, führen, so eine weitere Prognose.
Individualisierung von Trainings wird zunehmen
Die Autoren wagen auch einen Blick auf die künftige Entwicklung des Weiterbildungsmarkts. Dort erwarten sie hauptsächlich zwei Bewegungen: Zum einen werde die technische Entwicklung, wie etwa die Erfindung virtueller Klassenzimmer, den Markt beeinflussen. Zum anderen werde künftig auch eine Marktbewegung durch gesellschaftliche Entwicklungen spürbar, wie etwa die Forderung nach "Chefs mit Charakter". Zudem werde die Individualisierung von Trainings in Zukunft zunehmen, prognostizieren die Autoren. Der Markt werde aber fragmentiert bleiben und damit wenig attraktiv für die Marktoffensiven internationaler Großanbieter.
Akkreditierungen und Zertifizierungen geben keine Erfolgsgarantie
Wie sich die Kunden auf dem fragmentierten Markt der Zukunft zurechtfinden werden, darüber geben die Prognosen für die Trends in den Unternehmen Aufschluss. Hier deute sich eine Akademisierung von Training und Personalentwicklung an, die die Studie als Ausdruck eines gesteigerten Qualitätsbewusstseins wertet. Dennoch würden Qualitätsnachweise wie Akkreditierungen und Zertifizierungen wohl auch künftig keine Erfolgsgarantie versprechen, aber als wichtige Hygienefaktoren bei der Auswahl von Weiterbildungsanbietern dienen. Den Prognosen zufolge dürfte in Unternehmen künftig vor allem eines wichtig sein: Dass sich die Investition in die Weiterbildung der Mitarbeiter auszahlt. Die These, dass der Markt einen transparenten und nachvollziehbaren Ausweis des Weiterbildungsmehrwerts (Return on Education) fordere, erhielt in der Befragung große Zustimmung.
Politik wird keine Rolle spielen
Zum Einfluss der Politik auf die Weiterbildung der Zukunft sind sich die Experten offenbar einig: Der Möglichkeit, dass die Weiterbildung bis zum Jahre 2013 durch politische oder gesetzliche Intervention eine deutliche Belebung erfahre, erteilten die Befragten eine klare Absage.
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