Fünf Thesen zur Zukunft der Arbeit
Lohnt es sich in Zeiten der Wirtschaftskrise überhaupt, die Fragen nach der Zukunft der Arbeit zu stellen? Oder sollten sich die Unternehmen nicht in erster Linie um Krisenbewältigung, Jobsicherung und Geschäftsentwicklung kümmern? Die Teilnehmer des "ZP Thinktanks Future of Work" waren sich einig, dass die Krise derzeit zwar das Tagesgeschäft in vielen Unternehmen bestimmt. Sie waren sich aber auch darüber einig, dass sich die grundlegenden Megatrends durch die Wirtschaftskrise nicht verändern, sondern dass sich diese in manchen Punkten sogar beschleunigen.
HR – Du hast keine Chance, nutze sie!
Der Wandel der Arbeitswelt wird von technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen getrieben, an die sich die Unternehmen anpassen müssen. Für HR sei das eine große Chance, allerdings seien viele HR-Bereiche dafür nicht gut aufgestellt. Es fehle an Kompetenz und der Bereitschaft, sich in die Geschäftsstrategien und Zukunftsgestaltung einzumischen. Diese paradoxe Zustandsbeschreibung hat die Arbeitsgruppe zur Überschrift ihres Thesenpapiers gemacht: "Zukunft der Arbeit: HR – Du hast (k)eine Chance, nutze sie".
Das Thesenpapier hat den Anspruch, die HR-Community aufzurütteln. Es dürfe kein "weiter so" geben, es reiche nicht aus, die "HR-Instrumente bloß anzupassen". Die Arbeitsgruppe ruft dazu auf, dass sich HR radikal neu ausrichten soll, um zum "zentralen Akteur bei der Gestaltung neuer Arbeitswelten" zu werden. In fünf Thesen werden die fundamentalen Veränderungen der Arbeitswelt beschrieben, wobei sich die Arbeitsgruppe angesichts der Homeoffice-Debatte zunächst mit These 1 intensiver beschäftigt hat.
Die fünf Thesen zu "Future of Work" im Überblick
- Flexibilisierung: Arbeit wird zunehmend flexibel, fluide und hybrid hinsichtlich Ort, Zeit, Organisationszugehörigkeit und Selbstverständnis.
- Virtualisierung: Neben der Digitalisierung wird die Virtualisierung unsere Arbeitswelt verändern – mit Einfluss auf Umwelt, Wertschöpfungsprozesse und die Lebensmodelle von Menschen.
- Qualifizierung: KI und umfassende Assistenz werden uns kooperativ, aber auch substituierend begleiten. Die dafür erforderlichen digitalen, persönlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen werden zum Schlüsselfaktor für die (Self-) Employability.
- Polarisierung: Nicht alle Mitarbeitenden werden in gleichem Maße von diesen Entwicklungen tangiert und können oder wollen hier folgen.
- Hyper-Beschleunigung: Corona bringt nicht unbedingt neue Themen, beschleunigt aber die bisherige Beschleunigung nochmals immens, verändert die Prioritäten deutlich und fordert eine neue Qualität, mit Volatilität umzugehen.
Mitglieder der Arbeitsgruppe
Zu den Mitgliedern des "ZP Thinktanks Future of Work" gehören: Prof. Dr. Stephan Fischer (Hochschule Pforzheim), Tanja Friedrichs (Pulspower), Markus Herkersdorf (Tricat), Joachim Rotzinger (Haufe Group), Cindy Rubens (Relayr), Wolfram Sauer (New Work SE), Reiner Straub (Personalmagazin), Eva Stock (Jobufo), Marc Wagner (Fiducia & Gad IT) und Tobias Zimmermann (Stepstone).
Der Thinktank "Future of Work" stellt sein Thesenpapier am Freitag, 16. Oktober 2020, um 9.00 Uhr auf der ZPE Virtual vor. Eine Vertiefung erfolgt auf einer Session um 14.15 Uhr.
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