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Wie Sie Urlaubsstress vermeiden

Wer im Urlaub richtig entspannen will, muss auch aktiv werden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine Reihe von Studien hat zur Ferienzeit darauf hingewiesen, dass es Arbeitnehmern oft schwer fällt im Urlaub abzuschalten – viele  arbeiten sogar am Urlaubsort. Wie die Entspannung im Urlaub dennoch gelingen kann, erläutert Professorin Carmen Binnewies von der Universität Münster.

Eine Studie zeigte, dass es 21 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nicht gelingt im Urlaub abzuschalten. Weitere 37 Prozent können sich erst nach einigen Tagen richtig entspannen. Eine weitere Umfrage legte nahe, dass knapp ein Drittel der deutschen Berufstätigen im Urlaub ein bis drei Stunden am Tag arbeitet. Im internationalen Vergleich geht es den Deutschen allerdings gar nicht so schlecht: Für über zwei Drittel der Japaner unterscheidet sich ein Urlaubstag demnach nicht von einem regulären Arbeitstag. Das gilt auch für jeden zweiten befragten Amerikaner und jeden dritten Briten: Sie arbeiteten im Urlaub vom Strand aus.

Dass es jedoch zu einem entspannenden Urlaub unbedingt dazugehört, das Handy auszuschalten und E-Mails ungelesen zu lassen, fordert Carmen Binnewies, Professorin für Arbeitspsychologie an der Universität Münster, in der "Welt am Sonntag": "Es ist wichtig, dass Sie nichts an die Arbeit erinnert und sich die Arbeit nicht auch noch in den Urlaub einschleicht." Arbeitnehmer sollten auch vermeiden, in der freien Zeit in Urlaubsstress zu geraten: "Auch Zeitdruck im Urlaub ist schlecht. Man muss nicht überall dabei sei und unbedingt die morgendliche Poolgymnastik mitmachen."

Aktive und passive Entspannung sollten sich abwechseln

Studien zeigten, dass es zudem für eine gute Erholung wichtiger sei, wie man den Urlaub erlebe, als wie lange die Ferien dauerten: "Auch Kurzurlaube und Wochenendtrips bringen schon Erholung", so die Expertin für Stressbewältigung. Die Entspannungssuchenden sollten außerdem darauf achten, sich nicht nur passiv zu entspannen, also nicht nur auf der faulen Haut zu liegen: Laut Binnewies zeigten Studien, dass es wichtig sei, Dösen und Entspannung mit sportlichen und kulturellen Aktivitäten zu kombinieren. Durch solche aktive Erholung könne man abreagieren, Herausforderungen meistern und dadurch gestärkt zurückkommen.

Wer richtig entspannen möchte, sollte auch das Urlaubsland mit Bedacht wählen: "Je weiter man wegfährt und je exotischer das Reiseland ist, desto leichter ist es vermutlich abzuschalten", so Binnewies in der "Welt am Sonntag". Dabei sollten die Reisenden jedoch darauf achten, dass die Erholung im fernen Reiseland nicht durch zusätzlichen Stress wie ungewohntes Essen, Sprachprobleme oder einen langen Flug beeinträchtigt werde.

Urlaubserholung ist durchschnittlich nach drei Wochen weg

Damit die Mitarbeiter nach dem Urlaub nicht wieder schnell genauso gestresst sind wie vorher, sollten sie vor der Abreise dafür sorgen, dass bei der Rückkehr keine Arbeitsberge warten. "Je größer die Arbeitsmenge nach dem Urlaub ist, desto schneller geht die Erholung verloren", sagt Binnewies. Untersuchungen zeigten, dass die Urlaubserholung durchschnittlich nach drei Wochen wieder weg sei, bei vielen Menschen sogar bereits nach einer Woche: "Sie fühlen sich dann genauso gestresst wie vorher", so die Arbeitspsychologin.

dpa / Haufe Online Redaktion

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