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| Organisationsentwicklung

Wie die Netzwerkökonomie Arbeiten und Lernen verändert

Netzwerke spielen eine zentrale Rolle in der künftigen Arbeitswelt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wenn aus der Industrie- eine Netzwerkökonomie wird, müssen Unternehmen ihre Organisation neu ordnen. Wie Kooperation und Ressourcenteilung zur Wertschöpfung beitragen und wie Arbeiten und Lernen in Zukunft aussehen, hat eine neue Studie untersucht.

Projektarbeit statt Routinetätigkeiten, mehr Kommunikation, viele Web 2.0-Anwendungen: So sieht die flexible Büroarbeitswelt der Zukunft aus, die die Autoren der  Studie "New Work Order" des Beratungsunternehmens Trendbüro im Auftrag des Verbands Büro-, Sitz und Objektmöbeln e.V. (BSO) anhand einer Befragung von 600 Unternehmen und 22 Einzelinterviews skizzieren.

61,1 Prozent der befragten Unternehmen bestätigen demnach, dass Routinetätigkeiten zunehmend durch übergreifende Projektarbeit abgelöst wird, die auch für die interne Wissensweitergabe und Bindung des Wissens an das Unternehmen für fruchtbar gehalten werde. Der Anteil der Kommunikation an der gesamten Arbeitszeit, derzeit bei 46 Prozent, steige weiter, zeigten sich 75,1 Prozent der Befragten überzeugt.

Interne Kommunikation läuft zunehmend über Social Media

Besondere Bedeutung komme den sozialen Medien zu. 35,8 Prozent aller Unternehmen nutzen der Studie zufolge bereits jetzt  Web-2.0-Anwendungen und Social Software wie  Blogs, Foren, Activity Streams, soziale Netzwerke und Unternehmens-Wikis für die interne Kommunikation und die Projektarbeit. Deutlich geworden sei bereits, dass Kommunikationskanäle wie Microblogging auf internen Social-Media-Plattformen nur mit entsprechend geschulten Mitarbeitern funktionierten.

Burnout-Gefahr steigt durch Flexibilsierung der Arbeit

Arbeit finde abteilungsübergreifender, ortsunabhängiger und zeitlich autonomer statt, die Aufhebung der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit werde zum zentralen Thema des Alltagsmanagements. Aus dem Arbeitnehmer werde auf diese Weise ein Lebensunternehmer, der sein privates und berufliches Zeitkontingent leistungsorientiert immer wieder neu mit sich und seinen Bezugspersonen verhandeln müsse.

Die Autoren warnen davor, diejenigen zu vergessen, die bei dieser Super-Flexibilisierung und Entgrenzung der Arbeitswelt nicht mitmachen könnten oder wollten. Zudem vermittle die Ausbreitung des Phänomens Burnout ein Gefühl für die negativen Aspekte des Wandels der Arbeitswelt.

Projektarbeit fördert die Weiterbildung

Wo Projektarbeit überwiege, ergäben sich neue Möglichkeiten des Lernens in heterogenen, Alters-, Abteilungs- und auch unternehmensübergreifenden Teams. Unterschiedliche Arbeitsweisen könnten im gegenseitigen Voneinanderlernen ausgeglichen werden. Projektarbeit lehre Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Entscheidungen über Ressourcen, Fachkräfte, Honorare und Urlaubstage würden in die Projektteams verlagert, die zudem im Wettbewerb miteinander stünden.

In diesem Umfeld spielt laut Studie Weiterbildung eine große Rolle. Drei von vier befragten Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern legen demnach großen Wert auf Weiterbildung ihrer Beschäftigten, bei 32,4 Prozent spiele Weiterbildung sogar eine sehr große Rolle. Am beliebtesten seien innerbetriebliche Weiterbildungen in Form von internen und externen Schulungsveranstaltungen sowie das voneinander Lernen im Team.

Haufe Online Redaktion

Organisationsentwicklung, Weiterbildung, Talent Management

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