VW schafft individuelle Leistungsboni für Topmanager ab

VW-Personalvorstand Gunnar Kilian feilt am Vergütungssystem. Nun wird es konkret für die Topmanager: Persönliche Leistungsboni werden abgeschafft. Darüber sprach er exklusiv mit der Haufe Personal-Redaktion.

Was Personalvorstand und Arbeitsdirektor Gunnar Kilian im Personalmagazin-Interview (Ausgabe 1/2019) noch als persönliche Meinung deklarierte, setzt er schon jetzt für das Topmanagement um: Ab kommendem Jahr fallen die individuellen Leistungsboni für weltweit rund 400 Topmanager und die Markenvorstände weg.

Das verkündete Kilian am Abend des 18. Dezember 2018 auf dem internen "Global Management Info". Personalmann Kilian ist davon überzeugt davon, dass die "individuellen Boni nicht dazu beitragen, nachhaltig die Motivation zu steigern". Vielmehr könne das "individuelle Ziel einer Führungskraft, an dem der Bonus gemessen wird, dem Gesamtziel vorstands-, abteilungs- oder markenübergreifend entgegenlaufen".

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Kein individueller Bonus, mehr Zusammenarbeit

Gunnar Kilian verfolgt mit diesem Paradigmenwechsel ein glasklares Ziel: "Wir müssen den Konzerngedanken bei Volkswagen stärken, um Synergien noch effektiver zu heben." Das System knüpft an die Vorstandsvergütung an, verankert durch eine stärkere Gewichtung der Konzern-Performance im Bonus den Konzerngedanken und soll die Zusammenarbeit zwischen Marken, Regionen und Ländern fördern.

Mitgliedern des Top-Managements werden beim Langzeitbonus künftig über den Performance Share Plan (PSP) jährlich virtuelle Volkswagen Aktien zugeteilt. Erst nach drei Jahren erhalten sie eine Zahlung, die sich an der Steigerung des Aktienkurses und am Konzernergebnis – Earnings per Share (EPS) festmacht. Der Jahresbonus wiederum orientiert sich je zur Hälfte an der Operativen Umsatzrendite (ROS) und der Kapitalrendite (ROI). Die Ziele werden aus der strategischen Planung abgeleitet und durch Beschluss des Konzernvorstands und des Aufsichtsrats neu justiert. So werden die Renditeziele des Unternehmens berücksichtigt und es wird ein stärkerer Aktienbezug hergestellt. Zu den wesentlichen Neuerungen zählt, dass Teamleistung einen deutlich höheren Stellenwert erhält und dass regelkonformes, integres Verhalten gestärkt wird. Denn der Bonus kann bei individuellem Fehlverhalten gestrichen werden.

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Mit der Abschaffung der persönlichen Leistungsboni kippt allerdings nicht das System der Mitarbeitergespräche. "Im Gegenteil", sagt Kilian, "regelmäßige und offene Gespräche über Leistung, Zielerreichung und Verhalten sind unabdingbar und bilden die Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit, persönliche Weiterentwicklung und erfolgreiches Performance Management."

Das Interview mit Gunnar Kilian lesen Sie in Personalmagazin 1/2019 und in der Personalmagazin-App.

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, Bonus