Ohne Vollzeitjob trüben sich die Karrierechancen ein
Schon dann, wenn Frauen ihre Arbeitszeit nur leicht zurückschrauben, ergeben sich für sie erhebliche Karrierenachteile. So lautet das Kernergebnis einer Untersuchung von Prof. Dr. Dirk Sliwka, dem Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Personalwirtschaftslehre an der Universität Köln, seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Isabella Cetnarowski und Dr. Kathrin Breuer, Senior Consultant bei der Unternehmensberatung Deloitte.
Anhand von ausgewerteten Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP) zeigen die Forscher zum einen, dass es für Frauen generell nicht unproblematisch ist, eine Teilzeitanstellung wieder auszuweiten oder zurück zu einem Vollzeitjob zu gehen, wenn sie das möchten. Sie sprechen von einem "Klebeeffekt" der Teilzeitarbeit. Zudem legen sie dar, dass Frauen in Teilzeitpositionen eine deutlich geringere Beförderungswahrscheinlichkeit haben als Frauen mit Vollzeitjob. Dies trifft sogar dann zu, wenn die Arbeitszeit nur leicht reduziert ist. Daher gehen die Forscher von einem "Stigmatisierungseffekt" der Teilzeitarbeit aus.
Auf Objektivität bei Stellenbesetzungen achten
Für Unternehmen heißt dies, dass sie bei Stellenbesetzungen und Beförderungen bewusst verstärkt auf Objektivität achten sollten - um suboptimale Lösungen auf Basis von unfundierten Vorbehalten möglichst zu vermeiden. Größeren Arbeitgebern empfehlen die Autoren zudem, die bisherigen Beförderungs- und Hochstufungsraten von Teilzeit- und Vollzeitkräften im eigenen Haus zu untersuchen - um nötigenfalls gegenzusteuern. Unter Umständen sei es weiter sinnvoll, Karrierepfadmodelle zu entwickeln, welche das Thema Vereinbarkeit einbeziehen - um die im Unternehmen vorhandenen Talente optimal zu nutzen.
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