Telefon, Chat, Video, live oder zeitversetzt – die Möglichkeiten, Vorstellungsgespräche zu führen,  sind heute vielfältig. Eine Studie der Universität Ulm will jetzt untersuchen, warum und wie Unternehmen solche technologie-mediierten Interviews einsetzen. Die Teilnahme ist noch bis 30. November möglich.

Durch den technischen Fortschritt der vergangenen Jahre hat sich nicht nur unser Alltag, sondern auch das Arbeitsleben grundlegend verändert. Auch die Personalauswahl in Unternehmen ist hiervon betroffen. Während man vor 15 Jahren noch brav seine Bewerbungsunterlagen in Papierform und möglichst ohne Eselsohr per Einschreiben an Unternehmen geschickt hat und dann hoffentlich zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, sieht das heute ganz anders aus: So können nach dem Ausfüllen des Online-Bewerberbogens computergestützte Leistungstests zum Einsatz kommen, nach deren Bestehen man ein persönliches Video von sich im Bewerberportal hochlädt und dann je nachdem zu einem Skype-Vorstellungsgespräch eingeladen wird – ganz in Abhängigkeit davon, wo auf der Welt sich Personaler und Bewerber gerade befinden.

Vorstellungsgespräche im digitalen Zeitalter

Gerade Vorstellungsgespräche über eine technische Modalität, wie über Telefon oder Skype, bieten auf den ersten Blick viele Vorteile wie die örtliche Unabhängigkeit und die Einsparung von Reisekosten oder die Erreichbarkeit von Bewerbergruppen, die sonst schwierig zu erreichen wären. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch asynchrone Video-Interviews, bei denen Bewerber standardisierte Fragen schriftlich per Bildschirm gezeigt bekommen und ihre Antworten auf diese Fragen per Mikrofon aufnehmen, über eine Online-Plattform an das Unternehmen schicken und dort zu einem späteren Zeitpunkt evaluiert werden. Es findet also keine direkte Interaktion zwischen Bewerber und Unternehmen statt. Dies bietet zusätzlich eine größere Flexibilität hinsichtlich der Vereinbarkeit mit anderen Verpflichtungen und die Unabhängigkeit von Zeitzonen, da diese Interviews lediglich innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes (zum Beispiel eine Woche) durchgeführt werden müssen.

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Studie zum Einsatz von technologie-mediierten Interviews

Bis dato ist jedoch relativ wenig über die Verbreitung von technologie-mediierten Interviews im deutschsprachigen Raum bekannt. Unter der Leitung von Professor Klaus Melchers wollen Wissenschaftler der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Ulm dieses Thema genauer untersuchen. Im Rahmen einer Unternehmensbefragung wollen sie herausfinden,

  • welche Unternehmen welche Arten von Interviews verwenden,
  • aus welchen Gründen bestimmte Interviews eingesetzt werden und
  • wie diese Interviews aus der Sicht von Personalverantwortlichen bewertet werden.

Die Ergebnisse der Studie werden zu einem späteren Zeitpunkt im Personalmagazin veröffentlicht.

Bis 30. November an der Befragung teilnehmen

Die Befragung richtet sich an Unternehmen aller Größenklassen und Branchen, von kleinen Betrieben, über den Mittelstand bis zum Großkonzern und auch an Beratungsfirmen. Die Teilnahme ist bis 30. November 2018 unter folgendem Link möglich: https://ww2.unipark.de/uc/Interviewbefragung/​​​​​​​