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| Studie

Mitarbeiter wünschen sich mehr Homeoffice

Starre Präsenzpflichten hindern viele Mitarbeiter an der Arbeit im Homeoffice.
Bild: Michael Bamberger

Die Möglichkeit zum Homeoffice wird in Deutschland nicht ausgeschöpft, wie eine DIW-Studie zeigt. Jeder dritte Arbeitnehmer würde gern von zu Hause arbeiten, aber nur jeder zehnte tut es. Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland damit hinterher.

In Deutschland arbeiten nur zwölf Prozent aller abhängig Beschäftigten überwiegend oder teilweise von zu Hause aus, obwohl bei viel mehr Arbeitsplätzen nach Einschätzung der Beschäftigten keine dauernde betriebliche Präsenz erforderlich ist.
Dabei würden gerne viel mehr Beschäftigte im Homeoffice arbeiten – ein Wunsch, der in den meisten Fällen jedoch an den Arbeitgebern scheitert. Würden diese umdenken, könnte der Anteil der Heimarbeiter auf 30 Prozent steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommt eine Umfrage von Regus, einem globalen Anbieter von flexiblen Bürolösungen, der zufolge Flexibilität im Job der entscheidende Faktor für eine bessere Work-Life-Balance ist.

Personaler halten an starrer Präsenzpflicht fest

"Das Potential, das in der Heimarbeit liegt, wird in Deutschland nicht ausgeschöpft, weil viele Personalverantwortliche offenbar immer noch starr an der Präsenzpflicht festhalten", sagt DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke. Beim Anteil der Heimarbeiter liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt und ist deutlich hinter andere Länder wie Frankreich, das Vereinigte Königreich oder die skandinavischen Länder zurückgefallen, wo der Anteil der Heimarbeiter wächst.

Homeoffice vor allem in Dienstleistungsbereichen und bei Großunternehmen

Für die Studie wurden neben dem amtlichen Mikrozensus Daten der Langfristbefragung Sozio-oekonomische Panel (SOEP) herangezogen. Es zeigt sich, dass Homeoffice vor allem in einigen Dienstleistungsbranchen und bei Großunternehmen verbreitet ist. Dies gilt jedoch nicht für Banken, Versicherungen und den öffentlichen Dienst. Hier wäre Homeoffice nach Einschätzung der Arbeitnehmer durchaus möglich, ist aber wenig verbreitet.
Tätigkeiten, die eine höhere berufliche Qualifikation erfordern, sind der Befragung zufolge besser für Homeoffice geeignet als Arbeitsplätze, die nur eine mittlere oder einfache berufliche Qualifikation erfordern.

Heimarbeiter zufriedener als ihre Kollegen

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Beschäftigte, die von zu Hause arbeiten, sind mit ihrer Arbeit etwas zufriedener als ihre Kollegen – obwohl Überstunden im Homeoffice nur teilweise beziehungsweise gar nicht durch Lohn oder Freizeit kompensiert werden.
Am geringsten ist die Arbeitszufriedenheit bei jenen, die gerne zu Hause arbeiten möchten und zur Präsenz am Arbeitsplatz verpflichtet sind, obwohl sie der Meinung sind, dass ihre Tätigkeit auch zu Hause ausgeübt werden könnte.
Erstaunlicherweise spielt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie keine entscheidende Rolle beim Homeoffice. Unter Alleinlebenden gibt es genauso viele Heimarbeiter wie unter Alleinerziehenden und sogar noch mehr als unter Familien mit Kindern.

Brenke: "Leistung nach Output messen"

"Die Arbeitgeber sollten umdenken und die Leistung eines Mitarbeiters nicht nach Anwesenheit, sondern nach Output messen", sagt Karl Brenke. Gesetzliche Regulierungen zur Förderung des Homeoffice seien nur im öffentlichen Dienst erforderlich.
Ansonsten solle man auf die Marktkräfte setzen, die die Arbeitgeber zu einer zeitgemäßen Personalpolitik zwingen würden. In Zeiten eines schrumpfenden Erwerbspotentials drohe andernfalls der Verlust von Fachkräften. Um unbezahlte Mehrarbeit vorzubeugen, schlägt Brenke betriebliche oder tarifvertragliche Vereinbarungen vor.

Haufe Online Redaktion

Homeoffice, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Leistung

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