Studie: In Mitarbeiterempfehlungen schlummert viel Potenzial

Es werden immer mehr: Rund drei Viertel der Unternehmen haben oder planen ein Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm. Ausbaufähig ist aber dessen Umsetzung: Nur 16 Prozent setzen ein digitales System ein, mit dem sie den Erfolg ihres Programms messen können. Das ermittelte eine aktuelle Studie.

Die meisten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen heute ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm (68 Prozent). Weitere neun Prozent planen ein solches. Aber intensiv genutzt wird das Prinzip "Mitarbeiter werben Mitarbeiter" nur von den wenigsten Firmen: Nur vier Prozent der Unternehmen stellen mehr als 30 Prozent aller Beschäftigten über Empfehlungen ein, ermittelte eine Benchmark-Studie von Firstbird. Hierfür analysierte der Anbieter, welche Erfahrungen 350 Unternehmen weltweit mit Mitarbeiterempfehlungsprogrammen machten.

Mitarbeiterempfehlung: Die Administration steckt vielfach in den Kinderschuhen

Die Studie zeigt: Eine durchgängige Digitalisierung ist beim Thema Mitarbeiterempfehlungen noch nicht gegeben. Lediglich 16 Prozent der befragten Unternehmen verwenden ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm, mit dem sie ihren administrativen Aufwand reduzieren und den Erfolg des Programms messen können. 46 Prozent der Unternehmen verwalten ihre Referrals über das Bewerbermanagementsystem, 55 Prozent nutzen hierfür E-Mails, 25 Prozent ein schriftliches Formular und 16 Prozent das Intranet (Mehrfachantworten waren möglich).

Bessere Bewerbungen sind das wichtigste Ziel  

Mit dem Einsatz eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms verknüpfen die Unternehmen zahlreiche positive Effekte: Drei Viertel der Unternehmen setzen ein Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm ein, um die Qualität der Bewerbungen zu steigern. Auch eine erhöhte Anzahl an Einstellungen, eine verbesserte Mitarbeiterbindung, eine Stärkung der Arbeitgebermarke und die Reduktion von Recruiting-Kosten werden von den Unternehmen vorrangig genannt.

Kosteneinsparungen und eine verkürzte Time-to-Hire

Diese Ziele der Unternehmen werden vielfach erfüllt: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) gibt an, dass die Qualität der empfohlenen Kandidaten hoch oder sehr hoch ist. 55 Prozent der Firmen sparen Einstellungskosten und 46 Prozent stellen empfohlene Personen innerhalb eines Monats ein – die Time-to-Hire verkürzt sich.

Am häufigsten werden erfahrene Fachkräfte über Empfehlungen gefunden (79 Prozent). An zweiter Stelle folgen Hochschulabsolventen und -absolventinnen beziehungsweise Trainees (19 Prozent) und an dritter Stelle Auszubildende (18 Prozent). Führungskräfte oder Praktikantinnen und Praktikanten werden nur selten auf diesem Weg eingestellt.

Download-Tipp: Recruiting mit Mitarbeiterempfehlungen

In diesem kostenlosen Haufe-Whitepaper haben wir für Sie zusammengefasst, was Sie über Mitarbeiterempfehlungen wissen sollten und wie Sie diesen Recruiting-Kanal optimal für sich nutzen. Hier geht es zum Download.

Gute Kommunikation ist das A und O

Das Prinzip "viel hilft viel" hat sich bei der Kommunikation der Empfehlungsprogramme allerdings nicht bewährt. Wie die Studie ergab, kommt es nicht auf die Quantität der Kommunikation an, sondern auf die Qualität. So zeigte sich, dass Mitarbeiter-Events zu signifikant mehr Einstellungen führen. Dabei muss es sich um kein großes Event handeln. Schon kleine Townhall-Meetings, in denen erklärt wird, warum das Unternehmen auf Empfehlungen setzt und wie diese funktionieren, sind zielführend.  

Dennoch: Die Beschäftigten beteiligen sich nicht aktiv an Mitarbeiterempfehlungsprogrammen. Nur ein sehr geringer Prozentsatz gibt regelmäßig, einmal pro Quartal, Empfehlungen ab. Das heißt: Kommunikation ist und bleibt wichtig, wenn sie die Beschäftigten richtig anspricht.

Prämien sollten kreativ sein und Erinnerungen schaffen

Auch Prämien können zur Beteiligung motivieren. 92 Prozent der befragten Unternehmen zahlen Bargeldprämien für eine erfolgreiche Empfehlung aus. Die Mehrheit vergibt einen Betrag von 501 bis 1.000 Euro. Die Studienautoren raten dazu, die Prämien gestaffelt auszuzahlen: Obwohl die Prämienhöhe gleich bleibt, erzeugt ein Split der Prämie eine höhere Motivation, weil die Empfehlenden gefühlt zweimal Wertschätzung erhalten.

Auch in nicht-monetären Prämien schlummert nach den Erfahrungen der Studienautoren viel Potenzial: Emotionale Erlebnisse werden positiv mit der Firma verbunden und können individuell von den Empfehlenden ausgewählt werden. Derzeit vergeben lediglich 15 Prozent der Firmen nicht-monetäre Prämien wie kleine Geschenke, zusätzliche Urlaubstage oder Gutscheine.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mitarbeiterempfehlungen und Mitarbeiterempfehlungsprogramme

Was eine Mitarbeiterempfehlung wert ist

Sieben Hebel für mehr Erfolg im Recruiting

In unserem Top-Thema "Digitales Recruiting" erfahren Sie alles über die Vorteile und verschiedenen Formen von mobilem Recruiting