17.09.2014 | Social Sabbatical

Interview: "Führungskraft wird zum Impulsgeber für das Unternehmen"

Elke Dieterich bereitet Social Sabbaticals vor und nach. Sie betreut Führungskräfte auch während ihres Aufenthalts.
Bild: Manager für Menschen

Ein Social Sabbatical, für das Führungskräfte ins Ausland reisen und soziale Projekte betreuen, bietet die Möglichkeit, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Wie sowohl Führungskräfte als auch Unternehmen von einer solchen Auszeit profitieren, erläutert Elke Dieterich.

Personalmagazin: Was ist der Mehrwert für Unternehmen, wenn sie ihre Führungskräfte für ein Social Sabbatical ins Ausland entsenden?

Elke Dieterich: Unternehmen, die ihren Führungskräften proaktiv ein Social Sabbatical anbieten, haben die Möglichkeit, den Wunsch nach Auszeit, der ja auch immer häufiger auftritt, mit zu steuern. Sie entlassen ihre Führungskraft als Berater auf Zeit in ein soziales Engagement, von dem beide Seiten profitieren. Das Unternehmen bekommt eine Führungskraft zurück, die sich persönlich und fachlich weiterentwickelt, ein gestärktes Selbstbewusstsein und gegebenenfalls Sprachkenntnisse dazu gewonnen hat. Eine Führungskraft, die mit den neu gewonnenen Erfahrungen zum Impulsgeber für das Unternehmen wird. In den Projekten lernen die Teilnehmer, mit Komplexitäten und vor  allem mit knappen Ressourcen umzugehen. Genau diese Kompetenzen benötigen Führungskräfte heute. Das Social Sabbatical zahlt zudem auf die Mitarbeiterbindung und das Employer Branding ein.

Personalmagazin: Wie lange sollte ein Aufenthalt idealerweise dauern?

Dieterich: Ideal sind drei Monate. Das ist eine Zeit, die Führungskräfte benötigen, um im Land anzukommen und um gemeinsam mit dem Projektteam etwas nachhaltig umsetzen zu können. Für das Unternehmen sind drei Monate ohne die Führungskraft überbrückbar, wenn es genügend Vorlauf für die Vorbereitung gibt.

Personalmagazin: Wie wichtig ist hierbei eine Betreuung der Führungskräfte?

Dieterich: Ein begleitendes Coaching ist elementar wichtig, denn nur mit einer klaren Zielsetzung verändert sich durch die Auszeit etwas. Ohne Ziel geht man einfach nur weg. Wir  coachen in drei Phasen. Im Vorfeld wird geklärt, welche Motivation und Entwicklungsziele die Führungskraft hat, aber auch was die Aufgabe und die Rolle vor Ort sein wird. Zusätzlich  bereiten wir in Sachen interkulturelle Handlungsfähigkeit vor. Während des Aufenthalts begleiten wir per Skype, um die Entwicklung zu überprüfen. Nach der Rückkehr erfolgt ein Soll-Ist-Abgleich. Zur Sicherung der Re-Integration ins Unternehmen bieten wir zusätzlich einen Workshop mit dem gesamten Team der Führungskraft an.

Elke Dieterich ist Initiatorin und geschäftsführende Gesellschafterin von "Manager für Menschen". Der Dienstleister bietet Unternehmen unter anderem Programme zur Führungskräfteentwicklung in Kombination mit einem Social Sabbatical – einer Auszeit in einem sozialen Projekt beispielsweise in Kambodscha, Peru oder Südafrika – an.

Das Interview, das Sie in Ausgabe 09/2014 des Personalmagazins finden, führte Daniela Furkel, Redakteurin Personalmagazin.

Schlagworte zum Thema:  Sabbatical, Mitarbeiterbindung, Employer Branding, Führungskräfteentwicklung

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