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Keine Freunde für den Chef

Die meisten würden eine Freundschaftsanfrage ihres Chefs über Social Media ablehnen, so eine Studie.
Bild: Michael Bamberger

Ob es eine gute Idee ist, sich über Facebook und Co. mit dem Chef zu befreunden? Zu dieser Frage hat die Mehrheit der Deutschen eine eindeutige Meinung: Sie würde eine solche Freundschaftsanfrage ablehnen. Nur neun Prozent würden sich online mit dem Vorgesetzten vernetzen, zeigt eine Studie.

37 Prozent der Deutsche fahren in sozialen Netzwerken einen harten Kurs: Sie würden eine Freundschaftsanfrage ihres Vorgesetzten keinesfalls annehmen. Weitere 20 Prozent würden dies wahrscheinlich nicht tun. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Branchen-Verbands Bitkom, für die das Meinungsforschungsinstitut Aris 430 berufstätige Internetnutzer befragt hat.

Was tun, wenn eine Freundschaftsanfrage des Chefs ankommt?

Immerhin knapp jeder Zehnte steht der virtuellen Freundschaft des Vorgesetzten positiv gegenüber und würde eine Anfrage im sozialen Netzwerk auf jeden Fall annehmen. Weitere 14 Prozent würden wahrscheinlich zustimmen. 15 Prozent können sich ihren Angaben zufolge noch nicht entscheiden, wie sie im Ernstfall reagieren würden, wenn sie eine Freundschaftsanfrage ihres Chefs in der Inbox erwarten würde.

Eine Minderheit von fünf Prozent geht locker um mit der Vernetzung über Hierarchiestufen hinweg – bei so vielen findet sich nämlich der Vorgesetzte schon in der Freundesliste.

Annehmen oder ablehnen? Was die Entscheidung beeinflusst

Warum die Teilnehmer die virtuellen freundschaftlichen Bande zum Chef knüpfen oder nicht knüpfen, war nicht Gegenstand der Befragung. Die Studienautoren nennen aber einige Argumente, die die Entscheidung beeinflussen können. "Neben dem persönlichen Verhältnis zum Vorgesetzten spielt dabei auch die Art des Netzwerks eine Rolle", sagt Tobias Arns, Bereichsleiter Social Media & E-Commerce bei Bitkom. "Bei reinen Business-Netzwerken wie Xing oder Linkedin sieht das sicher anders aus als bei häufig eher privat genutzten Plattformen wie Facebook oder Google +."

Wie sich Berufliches und Privates miteinander vereinbaren lässt

Die Autoren von Bitkom zeigen auch, wie die Vermischung zwischen Privatem und Beruflichen in sozialen Medien reduziert werden kann: Da die meisten Netzwerke die Möglichkeit bieten, Kontakte in verschiedene Gruppen zu unterteilen,  könne man steuern, wer welche persönlichen Informationen oder Beiträge sehen kann.  "Man wird mit seinem Chef in der Regel nicht teilen, was die besten Freunde zu sehen bekommen", so Arns.

Der Social-Media-Experte findet auch einige Worte des Trosts für Führungskräfte, deren Mitarbeiter ihre gutgemeinte Freundschaftsanfrage schnöde abgelehnt haben: "Vorgesetzte sollten die Zurückhaltung von Mitarbeitern nicht als persönliche Zurückweisung verstehen", so der Vertreter der Branchenverbands. "Viele Menschen wollen einfach Persönliches und Berufliches im Web klar trennen."

Haufe Online Redaktion

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