Welches Tier wären Sie gerne?
Jobsuchende werden in Vorstellungsgesprächen immer häufiger mit außergewöhnlichen Fragen konfrontiert, die sie aus der Reserve locken sollen. Das fand die Arbeitgeberbewertungs-Plattform Glassdoor heraus, die Kommentare von Berufstätigen auswertete und die 20 skurrilsten Fragen herausfilterte. Besonders kreativ werden Personaler demnach bei Fragen nach der eigenen Persönlichkeit, nach dem Verhalten in ungewöhnlichen Situationen sowie beim Erfinden kniffliger Schätzfragen.
Wie war das so in Ihrer Kindheit?
Persönlichkeitsfragen wie die folgenden werden gestellt, um herauszufinden, ob das Persönlichkeitsprofil der Bewerber auf die Anforderung der ausgeschriebenen Stelle passt:
- Was wäre der Titel Ihrer Autobiografie? (Boston Consulting)
- Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie und warum? (Stollwerck)
- Arbeitest du, um zu leben, oder lebst du, um zu arbeiten? (Veeva Systems)
- Halten Sie Ihren Job für eine Kunst oder eine Wissenschaft? (Contentful)
- Mit welchen Spielzeugen haben Sie als Kind gespielt? (Fele)
- Was wäre ein Grund, aus dem wir Sie nicht nehmen sollten? (Bertelsmann)
- Was würde Ihre Freundin an Ihnen ändern wollen? (Agap2)
- Wo sehen Sie sich in 30 Jahren? (Airbus)
- Welchen Rat würden Sie Ihrem 15-jährigen Ich geben? (Hays)
- Was wäre Ihr Traumjob, wenn Sie irgendeinen aussuchen könnten? (PwC)
Wie viele Schildkröten passen in einen Kühlschrank?
Mit Schätzfragen, auch "Brainteaser" genannt, wollen zahlreiche Arbeitgeber die analytischen Fähigkeiten und die Problemlösungskompetenzen von Kandidaten testen. Sie sind besonders in wirtschaftlichen oder technischen Berufen geläufig. Skurrile Beispiele dafür sind:
- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit auf außerirdisches Leben stößt? (App Nexus)
- Wie viele Grad liegen zwischen dem Minuten- und Stundenanzeiger, wenn es 15.15 Uhr ist? (Altran)
- Wie viel Umsatz wird in Japan jährlich mit wieder verwendbaren Stäbchen gemacht? (Bain & Company)
- Wie viele Schmuckstücke liegen am Strand von Nizza vergraben? (Deloitte)
- Wie können Sie bei geschlossener Tür testen, ob ein automatisches Licht im Bad tatsächlich ausgeht? (Daimler)
Allein ins Kino? Oder lieber einen Witz erzählen?
Mit Verhaltensfragen versuchen Personaler zu ergründen, ob Bewerber kulturell ins Unternehmen und insbesondere auch ins Teamgefüge passen. Hier sammelte Glassdoor folgende Beispiele:
- Was ist wichtiger: Dissens oder Konsens? (BMW)
- Würdest du dich als spontan und humorvoll einschätzen? (Antwort: "Ja") Dann erzähle doch mal einen Witz. (Jam! Reisen)
- Was würden Sie tun, wenn Sie vor dem Kino versetzt werden, aber schon die Tickets gekauft haben? (BMW)
- Wenn Sie an einem freien Tag Fehler am Produkt entdecken, würden Sie den Chef anrufen? (Asana Rebel)
- Was ist das Verrückteste, das du jemals gemacht hast? (EF Education First)
Mit diesen und ähnlich ausgefallenen Fragen erhoffen sich Personaler einen tieferen Einblick in die Persönlichkeit von Kandidaten als mit gängigen Fragen, auf die es vorformulierte Antworten gibt. Sie wollen herausfinden, ob sie spontan und kreativ sind, wie sie ihre Antworten begründen, und ob sie Humor mitbringen.
Übrigens: Der Januar ist traditionell der Monat, in dem sich die meisten Berufstätigen in Deutschland nach einem neuen Job umschauen. Auf dem Glassdoor-Portal bewerben sich Jobsuchende im Januar um 15 Prozent häufiger als in einem anderen Monat. Es werden also bald wieder viele neue skurrile Fragen in Vorstellungsgesprächen gestellt.
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