Der Mittelstand ist bei Studenten beliebt
Anhand welcher Kriterien wählen Studierende ihren künftigen Arbeitgeber? Diese Frage war Ausgangspunkt der Studie, für die die Fachhochschule Erfurt und die Topos Personalberatung in Nürnberg über 400 Studenten verschiedenster Fachbereiche befragt haben. Die Antwort: Allein das Gehalt ist es nicht, denn das rangiert nur im Mittelfeld auf Platz 6 unter den entscheidenden Kriterien. Dagegen sind die genannten weichen Faktoren den Studenten wichtiger. Laut den Studienautoren bestätigt das die Ergebnisse vergleichbarer Studien aus den vergangenen Jahren.
Die verschiedenen Gruppenfilter Ost-West, Mann-Frau ergaben nur geringe Unterschiede in der Bewertung der Auswahlkriterien. Lediglich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewichteten die weiblichen Befragten erwartungsgemäß stärker als ihre männlichen Kollegen.
Mittelständische Unternehmen bevorzugt
Für mittelständische Unternehmen zeichnet die Studie, so Professor Steffen Schwarz von der Fachhochschule Erfurt, ein optimistisches Bild. So tendierten die Befragten im Osten eher zu kleineren und mittleren Unternehmen, die im Westen eher zu mittleren und großen Unternehmen. Jeder zweite Befragte habe angegeben, bei der Wahl eines künftigen Arbeitgebers mittelständische Unternehmen zu bevorzugen -bei den Männern sind es 45 Prozent, bei den Frauen sogar 55 Prozent. "Die Befragten versprechen sich im Mittelstand erklärtermaßen ein besseres Arbeitsklima, flachere Hierarchien, mehr Handlungsspielräume sowie größere Anerkennung", erläutert der wissenschaftliche Betreuer des Projektes die detaillierten Studienergebnisse.
Als mögliche Nachteile wurden fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, geringeres Gehalt und Arbeitsplatzunsicherheit angegeben. "Hier haben mittelständische Betriebe aber die Chance, künftige Absolventen vom Gegenteil zu überzeugen", ist sich der Initiator der Studie, Carl Christian Müller von der Topos Personalberatung Nürnberg, sicher. Auch die von manchen Studenten geäußerte Befürchtung, mittelständische Unternehmen hätten keine internationalen Kontakte, entspräche ja nicht der heutigen Unternehmensrealität.
Fachkräftemangel für Studenten nicht spürbar
Wenig informiert erwiesen sich die befragten Studenten auch in punkto Fachkräftemangel. "Obwohl in den Medien ein vieldiskutiertes Thema, gab mit 47 Prozent fast die Hälfte der Befragten an in ihrer präferierten Branche keinen Fachkräftemangel wahrzunehmen", erläutert Schwarz.
"Sehr wirklichkeitsnah und positiv" dagegen wertet Müller die erklärte Mobilität der künftigen Absolventen. Mit 88 Prozent würde eine überwältigende Mehrheit der befragten Studenten für ein attraktives Jobangebot auch einen Umzug in Kauf nehmen - Frauen gleichermaßen wie Männer. 37 Prozent der Studierenden würden sogar im Ausland ihr berufliches Glück suchen.
Über die Studie
Befragt wurden Studierende verschiedenster Hochschuleinrichtungen – von Technischen Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien und Universitäten. Mit 36 Prozent waren Studenten der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften am stärksten vertreten, gefolgt von Ingenieurwissenschaften mit 31 Prozent und dem Fachbereich Mathematik/Naturwissenschaften mit zehn Prozent. Ein Viertel der Befragten gab an, bereits eine Berufsausbildung absolviert zu haben.
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