Was verdient ein CHRO? In den Dax-Unternehmen im Schnitt drei Millionen Euro - das zeigt die jährliche Auswertung der Bezüge von Deutschlands Top-Personalern in den Dax-Unternehmen durch die HKP Group.     

Deutschlands Personalvorstände verdienten 2017 mehr als je zuvor. Das zeigt die Analyse der Geschäftsberichte der Dax-Unternehmen durch die  Unternehmensberatung HKP Group für das Personalmagazin. Doch gleichzeitig, das betonen die Vergütungsexperten, sind die Gehaltspakete der Dax-Vorstände langfristiger, transparenter und nachhaltiger als in den Vorjahren. Die genauen Gehälter der ganzjährig beschäftigten Dax-30-Personalvorstände sehen Sie in der Bilderstrecke oben.

Personalmanagement Gehalt: Im Schnitt 3,36 Millionen im Jahr

Die Vergütung der Personalvorstände in den Dax-Unternehmen hat sich im Jahr 2017 signifikant erhöht. Im Schnitt 3,36 Millionen Euro hat jeder Dax-Personalvorstand 2017 ausbezahlt bekommen.

Zur Einordnung: Die durchschnittliche zugeflossene Gesamtvergütung aller Vorstandsmitglieder, inklusive der Personalvorstände, lag bei rund 3,62 Millionen Euro. Bezieht man die Vorstände mit Verantwortung fürs Personalressort nicht mit ein, ergibt sich ein Wert von 3,67 Millionen Euro.

Vorstandsboni für gute Unternehmensentwicklung

„Das gute Ergebnis für die Personalvorstände 2017 geht Hand in Hand mit der Unternehmensentwicklung“, erklärt Regine Siepmann, Partnerin HKP Group. Während die Personalvorstandsvergütung im Vergleich zu 2016 um 20 Prozent gestiegen sind, so Siepmann, verzeichnet das Konzernergebnis über alle Dax-Unternehmen 2016 im Durchschnitt eine Steigerung von 35 Prozent. „2017 war ein sehr gutes Geschäftsjahr für die Dax-Unternehmen, das wirkt sich in sehr guten Jahresboni und der sehr guten Langfristvergütung aus“, erklärt die Vergütungsexpertin.

Zockermentalität der Vorstände wird nicht mehr belohnt

Grundlage der Analyse ist die Summe der an die einzelnen HR-Vorstände 2017 gezahlten Grundvergütungen, Nebenleistungen, ausbezahlten Jahresboni, ausbezahlten Langfristvergütungen sowie des jeweiligen Dienstzeitaufwands für bAV. „Die wesentliche Steigerung gegenüber 2016 liegt in der Erhöhung der variablen Vergütung begründet“, erklärt Nina Grochowitzki, Senior Manager bei HKP. Diese macht den größten Bestandteil des Gehaltspakets der CHRO in den Dax-30-Unternehmen aus.

Keine kurzfristigen Anreize in der Vorstandsvergütung 

Allzu kurzfristige Anreize sind, so die Überzeugung von Siepmann und Grochowitzki, mittlerweile weitgehend ausgeschlossen. Der Grund für die zunehmend auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit setzende Vergütungszusammensetzung liegt in einer rechtlichen Änderung. Der einer Managervergütung in der Vergangenheit immer wieder unterstellten Anfälligkeit für Kurzfristdenke oder gar Zockermentalität wird seit 2009 durch das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) Einhalt geboten. Mit ihm wurden Unternehmen verpflichtet, die langfristige variable Vorstandsvergütung gegenüber dem Bonus stärker zu gewichten und damit zu nachhaltigem Wirtschaften zu motivieren.

Vorstandsvergütung wird nachhaltiger

Diese Rechnung sei aufgegangen, sagt Regine Siepmann. „Wir sehen seit 2010 eine starke Veränderung in der Vergütungszusammensetzung: weg vom Jahresbonus, der auch ein Strohfeuer entfachen konnte, hin zur stärker gewichteten Langfristvergütung, die eine nachhaltige Performance belohnt.“ Diese Langfristvergütung mit einer Laufzeit von drei bis vier Jahren, komme nur dann zur Auszahlung, wenn die Gesamtentwicklung des Unternehmens ebenfalls über einen längeren Zeitraum anhaltend gut sei.

Was Personalarbeit wert ist? Beim einen mehr, beim anderen weniger

Dennoch zeigen sich deutliche Unterschiede beim Gehalt der einzelnen Top-Manager, denen in den Dax-Unternehmen die Personalarbeit obliegt. Die Spanne reicht, nimmt man in die Betrachtung auch die mit HR befassten Vorstandsvorsitzenden mit auf, von gut 9,84 Millionen Euro Jahresvergütung für den Heidelberg-Cement-Vorstandsvorsitzenden Bernd Scheifele bis zu 1,43 Millionen Euro für Zhengrong Liu, Personalvorstand bei Beiersdorf. Die Gründe hierfür können zum einen in den unterschiedlichen Ressortzuschnitten der einzelnen Personalmanager liegen, aber auch in den branchenspezifischen und unternehmenseigenen Besonderheiten bei der Vergütung.

Personalarbeit im Vorstand schlechter bezahlt 

„Setzt man die zugeflossene Vergütung des Personalvorstands in Relation zur zugeflossenen Vergütung seiner Vorstandskollegen, so ergibt sich ein uneinheitliches Bild“, erklärt Siepmann. Die Bandbreite bei den Dax-Unternehmen liege hierbei zwischen einer um 54 Prozent geringeren bis zu einer um 33 Prozent höheren Vergütung. Dabei zeige sich, dass die zugeflossene Vergütung des Personalvorstands bei der großen Mehrheit der Fälle (62,5 Prozent) unterhalb der Vergütung der Vorstandskollegen liegt – oberhalb liegen lediglich 37,5 Prozent. „Innerhalb eines Dax-Unternehmens liegen aber meist personenindividuelle Vergütungsunterschiede vor“, sagt Grochowitzki. Diese könnten beispielsweise in einer individuell herausgehobenen Position im Vorstand begründet sein oder in einer langjährigen Vorstandszugehörigkeit – im Gegensatz zur Erstbestellung mit reduzierter Eingangsstufe.

Mehr Information: 

Eine genauere Analyse der Vergütung der Personalvorstände in den Dax-30 Unternehmen finden Sie im Personalmagazin, Ausgabe 08/2018.

Die einzelnen Gehälter der ganzjährig Beschäftigten CHRO sehen Sie auch in unserer Bilderstrecke:

Schlagworte zum Thema:  Vorstand, Gehalt

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