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| Mitarbeiterzufriedenheit

Azubis fühlen sich in der Ausbildung unterfordert

Ausbildungsbetriebe sollten darauf achten, Azubis richtig zu fordern.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ganze drei Viertel der Auszubildenden fühlen sich in ihrer Ausbildung unterfordert, wie eine Studie zeigt. An welchen Stellen Arbeitgeber ansetzen können, um die Ausbildungssituation zu verbessern und die Abbruchquoten zu reduzieren, lässt sich an weiteren Ergebnisse ablesen.

Wie ticken Auszubildende, und wie können Unternehmen sie bei Laune halten? Diesen Fragen geht der Azubi-Report von Ausbildung.de nach. Demnach ist der durchschnittliche deutsche Auszubildende 21 Jahre alt, geht lieber arbeiten als in die Berufsschule, hat Abitur, ist zufrieden mit seinem Beruf, aber fühlt sich in der Ausbildung unterfordert. Er hat einen kaufmännischen Beruf erlernt, dafür 21 Bewerbungen geschrieben und verdient im Monat 574 Euro. Das ergab eine Befragung von 1.006 Berufsschülern zu ihrer Ausbildungssituation.

Nur wenige finden Kollegen oder Vorgesetzten unsympathisch

75 Prozent der Befragten geben dabei an, sie fühlten sich in ihrer Ausbildung unterfordert. Daneben gibt es weitere Anhaltspunkte für Arbeitgeber, wie sie die Ausbildungssituation verbessern können: 48 Prozent der befragten Berufsschüler kritisieren, sie hätten zu wenig Freizeit, und 41,2 Prozent sind mit dem geringen Gehalt unzufrieden. 26,7 Prozent klagen zudem über die Berufsschule. Doch die Kritikpunkte trüben offenbar die allgemeine Zufriedenheit der Azubis wenig: Insgesamt sind demnach 82,5 Prozent in ihrem Unternehmen glücklich. Noch mehr (86,5 Prozent) zeigen sich mit ihrer Berufswahl zufrieden. Die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Unternehmen scheinen ebenfalls vorwiegend zufriedenstellend zu sein: Nur 8,9 Prozent berichten von unsympathischen Kollegen und 14,8 Prozent von einem unsympathischen Vorgesetzten.   

Viele Abbrecher haben falsche Vorstellungen vom Beruf

Die Studienautoren befragten außerdem Ausbildungsabbrecher dazu, aus welchen Gründen sie ihre Lehre nicht beendet hatten. Neben privaten Gründen (29,3 Prozent) und Problemen mit dem Vorgesetzten (28,5 Prozent) oder den Kollegen (16,4 Prozent) war für viele eine falsche Vorstellung vom gewählten Beruf für den Abbruch verantwortlich: 27,6 Prozent sagen, ihre Erwartungen seien nicht erfüllt worden, und 21,6 Prozent, dass sie das Interesse am Ausbildungsberuf verloren hätten. Um die Abbruchquote zu senken, empfehlen die Autoren den Ausbildungsbetrieben, regelmäßige Feedbackgespräche und eine bessere und vor allem altersgerechte Information vor der Ausbildung anzubieten.

Den kompletten Report können Sie einsehen unter: www.ausbildung.de.

Haufe Online Redaktion

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