Wertschätzung von Mitarbeitern: Mehr als ein Lob
Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ein hohes Maß an Wertschätzung entgegenbringen, profitieren davon gleich doppelt: Zum einen sind sich Gesundheitsexperten darin einige, dass ein wertschätzender Umgang die Gesundheit der Mitarbeiter fördert – mehr Entspannung, ein größeres Wohlbefinden und sogar ein geringeres Depressionsrisiko gelten als erwiesene Effekte.
Durch Wertschätzung die Mitarbeitermotivation steigern
Zum anderen spielt das Thema „Wertschätzung“ auch bei der Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung eine wichtige Rolle. Negativ ausgelegt bedeutet das: Mitarbeiter, die keine oder wenig Wertschätzung erfahren, reduzieren in der Regel ihre Arbeitsleistung oder suchen sich mittelfristig einen anderen Arbeitgeber. Positiv ausgelegt lassen sich durch Wertschätzung die Motivation und damit die Bindung an den Arbeitgeber steigern.
Gerade wenn Arbeitgeber viel Eigeninitiative von ihren Mitarbeitern erwarten, um Innovationen voranzutreiben, ist Wertschätzung ein wichtiger Erfolgsfaktor. Denn gut ausgebildete und selbstbewusste Mitarbeiter werden sich nur engagiert einbringen, wenn ihre eingebrachten Ideen und ihr selbstständiges Handeln wertgeschätzt wird und sie dafür genügend Freiraum erhalten.
Was bedeutet „Wertschätzung der Mitarbeiter“?
Das führt zu der Frage, was nun genau unter „Wertschätzung“ zu verstehen ist. Hier ist klar festzuhalten: Wertschätzung ist mehr als ein Lob an einen Mitarbeiter. Denn ein Lob bezieht sich immer auf eine erbrachte Leistung des Mitarbeiters. Damit erkennt der Lobende zwar diese Leistung und hebt sie positiv hervor, sodass sich der Gelobte gesehen und anerkannt fühlt. Jedoch geht es bei Wertschätzung um die gesamte Person – nicht nur deren Leistung.
Damit lässt sich das Interesse an einem Mitarbeiter – an seiner Arbeit, aber eben auch beispielsweise an seinem Privatleben – als „echte“ Wertschätzung definieren. Die meisten Arbeitnehmer schätzen die Wertschätzung ihrer Person mehr als das Lob für einzelne Leistungen.
Wertschätzendes Verhalten
Das Interesse am Menschen und das Lob der Arbeitsleistung sind also zwei Bausteine von wertschätzendem Verhalten. Darüber hinaus lassen sich drei weitere Handlungsfelder definieren, die ein wertschätzendes Arbeitsverhältnis fördern:
- Respekt: Mitarbeiter werden ernst genommen. Sie können eigene Sichtweisen, Fragen und Ideen einbringen.
- Chancen: Mitarbeiter erhalten Gestaltungschancen – auch für eigene Themen.
- Selbstwirksamkeit: Mitarbeiter erfahren sich als kompetent im eigenen Handeln.
Wertschätzung am Arbeitsplatz und im Unternehmen
In der Regel wird das Thema „Wertschätzung“ als ein Führungsthema wahrgenommen und dargestellt – nicht zu Unrecht, schließlich ist die Führungskraft maßgeblich für die Wertschätzung einzelner Mitarbeiter und den wertschätzenden Umgang im Team verantwortlich. Doch neben der Führungskräfteentwicklung haben Arbeitgeber eine weitere Handlungsebene, auf der sie die Wertschätzung im Unternehmen fördern können: Mit strukturellen Maßnahmen können sie die Regeln für erlebbare Wertschätzung vorgeben. Darunter fallen zum Beispiel eine gerechte und als fair empfundene Vergütung, Mitspracherechte oder auch Diversity-Themen. Diese Maßnahmen werden nicht individuell mit dem einzelnen Mitarbeiter geklärt, sondern zentral organisiert und gesteuert.
Lesen Sie zum Thema „Wertschätzung“ auch:
DGB-Index Gute Arbeit 2018: Emotionale Belastung wird selten gut aufgefangen
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
297
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
291
-
Jeder zweite Babyboomer geht vorzeitig in den Ruhestand
268
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
248
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
177
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
129
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
126
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1248
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
110
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1034
-
Frauenanteil in Vorständen sinkt
30.07.2026
-
Krisenmanagement bei Auslandseinsätzen
28.07.2026
-
Warum die Stimme der Mitarbeitenden entscheidend für den Unternehmenserfolg ist
27.07.2026
-
Die Meeting-Ampel
24.07.2026
-
Suchtprävention im Betrieb wirksam gestalten
22.07.2026
-
Wie man (unseriöse) Coachings vermarktet
22.07.2026
-
Kultur steht vor Erfolg
21.07.2026
-
Entscheidend für die Mitarbeiterbindung im Mittelstand ist die Führung
21.07.2026
-
Was die KI-Transformation ausbremst
20.07.2026
-
Wie HR-Verantwortliche Daten richtig lesen
17.07.2026