Künftige Schlüsselkompetenzen für Bildungsmanager
Bildungsmanager arbeiten mit allen Bereichen und Abteilungen eines Unternehmens zusammen. "Sie müssen die gesamte Organisation, die unterschiedlichen Lernkulturen der Abteilungen und auch die informellen Hierarchien gut kennen", sagt Dr. Eva Cendon, Studiengangleiterin des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Bildungs- und Kompetenzmanagement an der DUW. Immer wieder stehen sie vor der Herausforderung, auch diffuse Signale aus der Belegschaft in einen konkreten Qualifizierungsbedarf zu übersetzen. Dabei setzen die Bildungsexperten vermehrt auf neue Lerntrends wie Mobile Learning. Für Cendon ist Reflexionsfähigkeit eine zentrale Kompetenz von Bildungsmanagern: "Sie sollten eine unbedingte Bereitschaft mitbringen, sich ständig weiterzuentwickeln und das eigene Handeln immer wieder kritisch zu hinterfragen."
Know-how um neue Technologien immer erweitern
Das Web 2.0 bietet viele neue Lernmöglichkeiten. Für Tanja Trost, Managerin Personalentwicklung bei Daimler ist dies eine der großen aktuellen Herausforderungen für Bildungsmanager: "Viele haben einen pädagogisch-didaktischen Hintergrund. Mit dem großen Potenzial, das das Web 2.0 bietet, entdecken sie völlig neue, technisierte Lernumgebungen." Personalentwickler haben die Aufgabe, die sinnvollen Instrumente aus der noch häufig unübersichtlichen Menge an Angeboten herauszufiltern. "Die meisten Bildungsmanagerinnen und -manager schöpfen die Möglichkeiten, die das Web 2.0 bietet, noch nicht voll aus, die Lernmethoden werden immer vielfältiger", beobachtet Trost. "In Zukunft kommt aber kein Bildungsmanager mehr ohne die neuen Medien aus. So muss es bei uns selbstverständlich werden, dass zum Beispiel ein Ausbilder, der tagtäglich mit jungen Menschen arbeitet, auch im Web 2.0 zuhause ist."
Quereinstieg ins Bildungsmanagement
Die Berufsbezeichnungen und Karrierewege der Bildungsmacher sind bislang uneinheitlich. Viele kommen als Quereinsteiger aus anderen Branchen. "Einige unserer Bildungsmanager sind Literaturwissenschaftler, Ingenieure oder Psychologen", sagt Tanja Trost. "Mit individuellen Entwicklungsplänen werden sie gezielt auf ihre Aufgabe vorbereitet und in ihrer Entwicklung systematisch unterstützt." Viele Bildungsmanagerinnen und -manager bringen Wissen aus bestimmten Bereichen mit. In anderen müssen sie noch gezielt Weiterbildungen durchlaufen, um Lernen in Unternehmen professionell managen zu können.
Über die Umfrage
Parallel zur Studie "Talent- und Kompetenzmanagement" führte die DUW im Juli und August Interviews mit Experten der Unternehmen BASF SE, BMW Group, Daimler AG, DB Mobility Logistics, DIHK und VW AG sowie der Steinbeis-Hochschule Berlin.
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