Die Zuversicht auf dem HR-Softwaremarkt wächst
Bereits im Frühjahr 2025 zeichnete es sich ab – nun bestätigt die jüngste Konjunkturbefragung im Herbst, dass sich das Geschäftsklima auf dem HR-Softwaremarkt weiter verbessert. So bewerten die HR-Softwareanbieter die aktuelle Geschäftslage deutlich besser als im Vorjahr und auch die Geschäftserwartungen sind mittlerweile wieder optimistischer.
Geschäftslage der HR-Softwareanbieter verbessert sich
Trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds hat sich der Geschäftsklimaindex für den deutschsprachigen HR-Tech-Markt seit dem Frühjahr nochmals von 42,1 Punkte auf 56,3 Punkte gesteigert. Insbesondere die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat Ende Oktober 2025 einen deutlichen Sprung nach oben gemacht – um 18,8 Punkte auf 60,9 Punkte. Zugleich stiegen die Geschäftserwartungen um 7,9 Punkte auf 50 Punkte. Zum aktuellen Zeitpunkt bestätigt sich damit die Trendwende, die sich viele Marktbeobachterinnen und -beobachter erhofften.
Der Geschäftsklimaindex erreicht damit den höchsten Wert seit dem starken Einbruch im Herbst 2024. Auch Jens Bender, Geschäftsführer von Worktech Advisory und Verantwortlicher der Befragung, erkennt einen Umschwung: "Die Stimmung dreht, und das spürbar. Der deutliche Anstieg des Geschäftsklimaindex auf 56,3 Punkte lässt darauf schließen, dass sich der HR-Tech-Markt erstmals seit dem Einbruch 2024 wieder stabilisiert."
Bemerkenswert sei insbesondere, um wie viel positiver die aktuelle Geschäftslage mittlerweile wahrgenommen werde. "Die Branche reagiert damit nicht nur auf erste Nachfrageimpulse, sondern gewinnt sichtbar an operativer Zuversicht." Dennoch dürfe die Erholung nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Geschäftsklimaindex noch immer geringer sei als im Zeitraum zwischen Dezember 2017 und Frühjahr 2024, als Spitzenwerte von 72,8 (Juni 2018) sowie 75 (Dezember 2021) gemessen wurden. "Das Gesamtklima bleibt unterhalb der starken Jahre – wir sehen also eine Erholung, aber noch kein Vor-Einbruch-Niveau. Für viele Anbieter bedeutet das: Fokus auf operative Exzellenz, konsequente Priorisierung und gezielte Wachstumsinitiativen."
HR-Tech-Markt: Wettbewerb und verhaltene Nachfrage als Hemmnisse
Die Managerinnen und Manager der HR-Softwareunternehmen wurden auch dazu befragt, welche Faktoren die Geschäftsentwicklung hemmen. Während bei der Konjunkturbefragung im Frühjahr auch politische Rahmenbedingungen als starke Hemmnisse angegeben wurden, erschweren derzeit aus Sicht der Anbieter insbesondere der Wettbewerb und die verhaltene Nachfrage die Marktbedingungen.
Erstmals wurde zudem abgefragt, wie sich Künstliche Intelligenz, Konjunktur und Marktkonsolidierung auf die aktuelle und zukünftige Unternehmensentwicklung auswirken. Neun von zehn der befragten Unternehmen sehen in KI eine große Chance für ihr Unternehmen und bewerten den Einfluss als positiv oder sehr positiv. Einen spürbar negativen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung durch die aktuelle Konjunktur konstatieren etwas über 62 Prozent der Unternehmen. Ein Drittel sieht hingegen keinen derzeitigen Einfluss. In Bezug darauf, wie die Konsolidierung des Marktes und die daraus resultierende Verringerung der Zahl von Anbietern die Unternehmensentwicklung beeinflusst, spalten sich die Meinungen: Während knapp die Hälfte keinen Einfluss durch die zunehmenden Übernahmen von SAP, Workday oder Private-Equity-Investoren sieht, bewerten 37 Prozent den Einfluss als positiv und knapp 17 Prozent als spürbar negativ.
Zentrale Erkenntnisse der Befragung
- Markthemmnisse: Wettbewerb und Nachfragesituation sind die größten Bremsen. Politische Rahmenbedingungen und globale Wirtschaftsbeziehungen werden im Vergleich zur letzten Befragung weniger als Hemmnisse gesehen.
- Investitionen & Personal: Drei Viertel der Unternehmen rechnen Ende 2025 mit einem höheren Personalbestand als im Vorjahr und sechs von zehn auch mit erhöhten Investitionen.
Langjährige Analyse des HR-Tech-Marktes
Bereits seit dem Jahr 2015 wird die Befragung durchgeführt, um zu analysieren, wie sich der Markt für HR-Software und Outsourcing konjunkturell entwickelt. Bis zum Frühjahr 2025 war das Wirtschaftsinstitut Wolfgang Witte federführend, ehe Worktech Advisory die Befragung übernahm und diese seitdem in gleicher Form fortführt. Zu der aktuellen Konjunkturbefragung wurden rund 80 Anbieter aus allen Marktsegmenten im deutschsprachigen Raum eingeladen. Insgesamt nahmen 24 Top-Managerinnen und Top-Manager aus gleicher Zahl von HR-Softwareanbietern teil. Die Befragung wurde vom 27. Oktober bis zum 12. November 2025 als anonymisierte Online-Befragung durchgeführt.
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