So bleibt es auch bei Hitze im Büro erträglich
Die Sommer in Deutschland werden zunehmend heißer – damit steigt auch die Belastung für Beschäftigte in Büros, Werkhallen und im Homeoffice. Denn anhaltend hohe Temperaturen wirken sich sowohl körperlich als auch kognitiv aus: Konzentrationsfähigkeit und Leistungsniveau sinken, das Risiko für Kreislaufprobleme steigt. Doch Arbeitgeber können und müssen sogar etwas tun, damit die Hitze für die Beschäftigten erträglicher wird.
Temperatur am Arbeitsplatz: Vorgaben für Arbeitgeber
Nach der Technischen Regel für Arbeitsstätten zum Thema Raumtemperatur (ASR A3.5) soll es in Arbeitsräumen nicht wärmer als 26 Grad Celsius sein. Liegt die Lufttemperatur darüber, kann Arbeiten im Sommer sogar gesundheitsgefährdend sein. Bei schwerer körperlicher Arbeit, bei gesundheitlich Vorbelasteten oder besonders schutzbedürftigen Beschäftigten wie Älteren, Schwangeren oder stillenden Müttern müssen Arbeitgeber besonders wachsam sein. Lesen Sie dazu mehr in unseren Beitrag: Haben Beschäftigte ein Recht auf Hitzefrei?
Bei einer Lufttemperatur im Raum von über 30 Grad steht der Arbeitgeber in der Pflicht, durch wirksame Maßnahmen ein angenehmes Arbeitsklima für die Arbeitnehmenden zu schaffen. Ab 35 Grad ist ein Raum ohne technische oder organisatorische Gegenmaßnahmen nicht mehr als Arbeitsraum geeignet.
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Maßnahmen zum Hitzeschutz: Tipps für Arbeitgeber
"Zu hohe Temperaturen sind nicht nur unangenehm, sondern können die Gesundheit und Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen", erklärt Dr. Stephan Sandrock vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa). Entscheidend sei daher, frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Für Unternehmen hat das ifaa folgende Tipps für ein effektives Hitzemanagement zusammengestellt:
- Temperaturen im Blick behalten: Regelmäßige Messungen helfen, rechtzeitig zu reagieren.
- Arbeitszeiten flexibilisieren: Früherer Arbeitsbeginn oder Schichtverlagerungen können Hitzephasen entschärfen.
- Technische Lösungen einsetzen: Ventilatoren, Klimageräte oder verbesserte Luftführung senken die Raumtemperatur.
- Organisation anpassen: Zusätzliche Pausen, Trinkangebote und kühle Rückzugsorte entlasten Beschäftigte.
- Homeoffice ermöglichen: Wo sinnvoll, kann mobiles Arbeiten eine Alternative sein.
- Bewusstsein stärken: Informationen und Unterweisungen fördern den richtigen Umgang mit Hitze.
Tipps für Beschäftigte: Gesundheit und gutes Raumklima
Hitzeschutz am Arbeitsplatz ist eine gemeinsame Aufgabe von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden. Das können Beschäftigte - egal ob im Büro, in der Werkhalle oder im Homeoffice - tun, um die Belastung durch Hitze zu reduzieren:
- Ausreichend trinken: Zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßter Tee oder Saftschorlen unterstützen den Kreislauf.
- Koffein reduzieren: Kaffee und stark koffeinhaltige Getränke können den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich belasten.
- Richtig lüften: Morgens querlüften, tagsüber Fenster geschlossen halten und nur kurz stoßlüften.
- Sonnenschutz nutzen: Jalousien und Rollos helfen, die Aufheizung der Räume zu vermeiden.
- Leichte Ernährung bevorzugen: Obst, Gemüse und leichte Speisen entlasten den Körper.
- Passende Kleidung wählen: Lockere, atmungsaktive Kleidung erhöht den Tragekomfort – sofern betrieblich möglich (Lesetipp: Was Arbeitgeber zum Aussehen am Arbeitsplatz vorgeben dürfen).
- Für Abkühlung sorgen: Kaltes Wasser über Unterarme oder ein feuchtes Tuch im Nacken helfen schnell.
- Arbeit anpassen: Anspruchsvolle Aufgaben, wenn möglich, in die kühleren Tageszeiten legen.
- Klimaanlagen bewusst einsetzen: Temperaturunterschiede von mehr als 6 Grad Celsius vermeiden.
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