Google for Jobs und der Jobbörsen-Markt

Seitdem Google for Jobs in Deutschland aktiv ist, werden bei Jobsuchen auf Google drei Stellenangebote in der sogenannten "Job Box" angezeigt – und dies meist an erster Stelle der Ergebnisseite. Dadurch sinkt die Sichtbarkeit der traditionellen Jobportale. Wie sollten Recruiter auf diese Entwicklung reagieren?

Seit dem 25. Mai 2019 erscheint bei vielen Jobsuchen auf Google an der ersten Stelle der Ergebnisliste eine "Job Box", in der drei Stellenangebote hervorgehoben sind. Damit hat sich nach Untersuchungen des Web-Analyseunternehmens Sistrix eine Marktverschiebung ergeben: Google ist seitdem Sichtbarkeits-Marktführer bei den Jobsuch-Ergebnissen. Andere große Jobportale wie Stepstone, Monster, Meinestadt.de und Stellenanzeigen.de haben an Sichtbarkeit eingebüßt.

Der Grund: Die "Job Box" verdrängt auf der ersten Ergebnisseite der Suchmaschine einen organischen Treffer. Waren früher für ein Keyword zehn Treffer zu sehen, werden heute außer der "Job Box" nur noch neun Treffer angezeigt.

23 Jobportale stellen sich gegen Google

Die Jobportale haben unterschiedlich auf den Start von Google for Jobs reagiert. Monster beispielsweise hatte schon in den USA mit Google zusammengearbeitet und hat auch in Deutschland den Start der neuen Suchmaschinenfunktion begrüßt.

23 weitere europäische Stellenportale wählten einen anderen Weg und forderten eine EU-Untersuchung wegen "unfairer Praktiken". Google würde seine Marktmacht ausnutzen und die eigenen Ergebnisse immer oberhalb der organischen Suchergebnisse anzeigen, ohne die sonst üblichen Marketinginvestitionen tätigen zu müssen.

Diese Jobbörsen dominieren Google for Jobs

Laut einer Analyse von Searchmetrics kommen folgende Jobportale am häufigsten in der "Job Box" von Google vor: Xing, Stellenanzeigen.de, Linkedin, Monster.de, Aubi-Plus, Studentjob.de, Gigajob, Ausbildung.de, Azubiyo, Randstad.

Einige Stellenbörsen haben eine Zusammenarbeit mit Google for Jobs verweigert und versehen ihre Anzeigen nicht mit dem Markup, das Daten für Google bereitstellt. Dazu gehören zum Beispiel Stepstone und Indeed.

In den organischen Rankings – den Ergebnissen, die an den Stellen eins bis drei unter der "Job Box" angezeigt werden – belegen laut Searchmetrics Indeed, Stepstone, Kimeta, Meinestadt.de und Ebay-Kleinanzeigen die ersten Plätze, gefolgt von Monster, Stellenanzeigen.de, Azubiyo, Ausbildung.de und Jobbörse-Stellenangebote.de.

Google for Jobs: unbekanntes Terrain für viele Unternehmen

Die Marktmarktmacht von Google im Bereich Stellensuche ist groß: Rund 75 Prozent der Stellensuchenden googeln nach passsenden Jobs. Aber nur rund 16 Prozent der Arbeitgeber hatten sich zum Start der Job-Suchmaschine schon mit der Technik, die hinter Google for Jobs steckt, beschäftigt. Nur 18 Prozent sagen, dass ihre Stellenanzeigen aktuell bereits in der "Job Box" angezeigt werden würden. Und nur 14 Prozent haben sichergestellt, dass ihre Karriereseiten von Google for Jobs durchsucht werden können. So die Ergebnisse der Studie "Recruiting Trends 2019" der Universität Bamberg im Auftrag von Monster Worldwide Deutschland.

Was Arbeitgeber für mehr Sichtbarkeit tun können

Da Google for Jobs keine Stellenplattform ist, sondern eine Job-Suchmaschine, können Ausschreibungen nicht direkt hochgeladen werden. Vielmehr müssen die Stellenangebote so aufbereitet werden, dass sie "strukturierte Daten" enthalten, die die Suchmaschine erkennen lassen, dass es sich um eine Stellenausschreibung handelt. Um in der "Job Box" gelistet zu werden, sind zudem detaillierte Informationen nötig, zum Beispiel zum Arbeitsort, den Arbeitszeiten und Angaben zum möglichen Gehalt.

Wie Recruiter vorgehen sollten, damit ihre Stellenanzeigen bei Google optimal platziert werden, erläutert ein aktuelles Whitepaper "Google for Jobs", das Sie hier herunterladen können.


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