Erfolgsfaktoren für gesunde Führung
Wie der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) belegt, ist inzwischen fast jede sechste Krankschreibung in Deutschland psychisch bedingt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat infolgedessen erneut Forderungen nach einer Anti-Stress-Politik laut werden lassen und damit wieder die Debatte angeregt, inwieweit Deutschland gesetzliche Initiativen zur Mitarbeitergesundheit braucht – wie etwa eine Anti-Stress-Verordnung. In anderen Ländern werden Arbeitgeber diesbezüglich schon in die Pflicht genommen: In Österreich etwa sind Unternehmen schon seit dem 1. Januar 2013 gesetzlich dazu verpflichtet, die psychische Belastung der Mitarbeiter evaluieren zu lassen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen.
Führungskräfte sollten Mitarbeiter mit Gesundheitsbewusstsein anstecken
Da ist es kein Wunder, dass das Thema "gesunde Führung" in unserem Nachbarland schon einen hohen Stellenwert einnimmt. Die österreichische Management-Beratung Hernstein Institut hat auf ihrer Website Hernstein.at einige Tipps für Führungskräfte zusammengestellt, mit denen gesundheitsfördernde Führung im Unternehmen gelingen kann: Zunächst einmal müssten Führungskräfte dafür Vorbild in Sachen Gesundheit und Work-Life-Balance sein. Sie sollten ihre Mitarbeiter mit ihrem Gesundheitsbewusstsein anstecken, fordern die Hernstein-Berater, denn: Mitarbeiter, deren Chefs auf sich und ihre Gesundheit achten, lebten ebenfalls gesünder. Des Weiteren sei es wichtig, aus Risikofaktoren keinen Risikozustand werden zu lassen. Dies gelinge unter anderem, wenn Führungskräfte ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeiter hätten und versuchten, Belastungen frühzeitig zu identifizieren und reduzieren.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen zahlen sich aus
Eine weitere Möglichkeit, den Stress am Arbeitsplatz zu reduzieren, sei, die Partizipation der Mitarbeiter zu fördern. Die Berater von Hernstein empfehlen etwa Teamworkshops, in denen Mitarbeiter Vorschläge für Verbesserungen der Arbeitsplatzgestaltung entwickeln. Zudem zahle sich die Investition in gesundheitsfördernde Maßnahmen aus, heißt es auf Hernstein.at: Jeder in die Gesundheit investierte Euro bringe – je nach Umfang der betrieblichen Präventionsmaßnahmen – eine Kapitalrendite zwischen fünf und 16 Euro. Gesundes Führen erfordere jedoch eine Kulturveränderung und eine nachhaltige Verhaltensänderung. Dabei seien verbindliche Vorgaben für gesundes Führen in den Führungsgrundsätzen oder -leitbildern erforderlich.
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