Wer verdient wie viel? Das hat ein Personaldienstleister ausgewertet – und herausgefunden, auf welche Vornamen die Top-Verdiener hören. Bild: MEV-Verlag, Germany

Wie heißen Top-Verdiener mit Vornamen? Dieser Frage ist ein Personaldienstleister nachgegangen. Demnach können vor allem Mitarbeiter und Führungskräfte mit kurzen, einfachen Namen punkten. Was wirklich dran ist an solchen Umfrageergebnissen, zeigen auch frühere Studien.

Deutschlands Top-Verdiener heißen einem aktuellen Gehaltsranking zufolge "Dirk" und "Sabine": Männer mit dem Namen Dirk kommen demnach auf durchschnittlich 120.200 Euro im Jahr, Frauen mit dem Namen Sabine auf 83.638 Euro. Auch Rainer, Jürgen, Susanne und Claudia gehen als überduchschnittlich gut bezahlte Arbeitskräfte aus dem Ranking der Jobsuchmaschine Adzuna hervor. (Die Top Ten des Ranking finden Sie am Ende des Texts.)

Die Personaldienstleister haben dafür eine Stichprobe von 5.541 aktuellen Lebensläufen mit einem überdurchschnittlich hohen Jahresgehalt (50.000 Euro plus) untersucht.

Demnach verdienen Mitarbeiter, deren Vorname nur eine Silbe hat, meist mehr als ihre Kollegen mit einem zwei- oder dreisilbigen Vornamen: Namen mit zwei Silben bringen acht Prozent, solche mir drei Silben sogar 18 Prozent weniger Gehalt ein.

Marie und Maximilian sind zu jung fürs Top-Gehalt

Natürlich entscheidet der Vorname eines Menschen nicht allein über die Gehaltshöhe. Schließlich sind dabei viele Faktoren zu berücksichtigen, wie die Position, Seniorität und Erfahrung eines Mitarbeiters oder einer Führungskraft.

So spielt beim vorliegenden Gehalts-Ranking sicherlich mit eine Rolle, dass die Vornamen der Top-Verdiener heute nicht mehr so sehr en vogue sind wie bis Ende der 1970er Jahre. Im Klartext: Die meisten Dirks und Sabines sind heute über vierzig und dürften daher schon allein aufgrund des Senioritätsprinzips mehr verdienen als die meisten Maries und Maximilians, deren Namen erst in den 1980er Jahren (wieder) populär wurden, und die mithin heute erst am Anfang ihrer Karriere stehen.

Kevin und Chantal werden diskriminiert

Dass ein Zusammenhang zwischen dem Namen eines Menschen und dessen beruflichen (Miss-)Erfolg allerdings nicht ganz abwegig ist, konnten schon andere Untersuchungen belegen: So zeigte etwa eine Studie der Bosch-Stiftung aus dem Jahr 2014, dass in Deutschland Jugendliche mit einem türkischen Namen schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben als jene mit einem deutsch klingenden Namen.

Und nicht nur Bewerber mit Namen, die auf einen Migrationshintergrund hindeuten, haben hierzulande mit Diskriminierung zu kämpfen: Aus einer Masterarbeit aus dem Jahr 2009, über die Spiegel Online berichtete, geht hervor, dass Lehrer ihren Schülern mit Namen wie Maximilian, Marie, Lukas und Nele mehr zutrauen als ihren Klassenkameraden mit Namen wie Kevin, Chantal, Justin, Dennis, Marvin und Jaqueline.

Um solche Diskriminierungen zu vermeiden, sprechen sich Personalexperten schon lange für eine anonymisierte Bewerbung aus, bei der Namen und andere persönliche Daten geschwärzt werden.

Schwieriger Name, schwierige Persönlichkeit?

Die Autoren des Beitrags "Name Pronounciation Effect", der in der Fachzeitschrift "Journal of Experimental Psychology" erschienen ist, gehen sogar noch einen Schritt weiter: Ihren Erkenntnissen zufolge werden Menschen mit einfach auszusprechenden Namen generell positiver bewertet als solche mit schwer auszusprechenden Namen – denn diese würden unbewusst auf eine schwierigere Persönlichkeit schließen lassen, so die Erklärung der Autoren. Demnach wäre etwa Mr. Smith deutlich beliebter als Mr. Colquhoun.

Auch die Kölner Namensagentur Endmark hat bereits 2013 Vornamen nach ihrer Karrieretauglichkeit untersucht: Demnach sind ebenfalls kurze, einfache Namen von Vorteil, da sie einprägsamer seien und dadurch bei Personalern leichter im Gedächtnis blieben. Am schlechtesten bewerte die Agentur Doppelnamen – doch nicht etwa, weil sie wenig einprägsam seien: Doppelnamen würden vielmehr mit mangelnder Willensstärke in der Familie assoziiert.  

 

Das sind die Top-Verdiener unter den Männern:

  1. Dirk: 120.200 Euro
  2. Rainer: 112.152 Euro
  3. Jürgen: 110.087 Euro
  4. Harald: 109.189 Euro
  5. Peter: 108.529 Euro
  6. Klaus: 100.273 Euro
  7. Hans: 96.338 Euro
  8. Thomas: 95.854 Euro
  9. René: 95.566 Euro
  10. Ralf: 95.500 Euro

 Das sind die Top-Verdiener unter den Frauen:

  1. Sabine: 83.638 Euro
  2. Susanne: 82.689 Euro
  3. Claudia: 78.934 Euro
  4. Andrea: 78.009 Euro
  5. Tanja: 74.290 Euro
  6. Sandra: 64.989 Euro
  7. Anna: 62.682 Euro
  8. Martina: 59.605 Euro
  9. Nina: 57.789 Euro
  10. Maria: 56.758 Euro

Schlagworte zum Thema:  Gehalt, Vergütung, Diskriminierung

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