Warum Manager mit Comics büffeln
Séverine Le Loarne, Professorin an der Grenoble École de Management, hat gemeinsam mit dem Illustrator Roger Brunel ein Comicbuch für die Führungskräfteentwicklung geschrieben. "Strategy in the Land of Nanolie" ist das erste Buch einer dreiteiligen Serie, die unter dem Titel "Management through Comic Books" läuft, wie die Schule auf ihrer Website berichtet.
Beim Lernen mit Comics sollen auf humorvolle Weise Szenarien aus Unternehmen vermittelt werden. Zielgruppe sind Manager im Bereich Nanotechnologie, von dem das fiktive Land im Buch ("Nanolie") seinen Namen hat. Eine Gruppe von Mittel-Managern des Unternehmens ST Microelectronics hat die Lernmethode bereits getestet – nach Angaben der Schule mit "erstaunlichen Resultaten".
Warum sich Comics ihrer Meinung nach für das Pauken von Unternehmensstrategie besonders gut eignen, hat Le Loarne online anhand von vier Argumenten zusammengefasst.
Grund eins: Comics fesseln ihre Leser.
Wer Comicbücher zum Lehren einsetzt, sorgt für Überraschung und erzeugt Neugierde. Comics fesseln die Aufmerksamkeit ihrer Leser. Diese können sich zu 100 Prozent darauf konzentrieren, was sie lernen sollen. "Comics können vor allem dabei helfen, dass sich Studenten am Anfang einer Lerneinheit konzentrieren", erläutert Le Loarne.
Grund zwei: Comics stellen die Realität nach.
Während klassische Fallstudien eine Antwort auf das Ausgangsproblem beinhalten, stellen Comics die Realität nach. "Die Lerner suchen in den Fallstudien, die sie bekommen, nach Antworten", erläutert Le Loarne. "Aber in der Praxis gibt es nicht immer eine Lösung." Ähnlich verhält es sich mit Comics: Die Antworten sind überall versteckt – in Sprechblasen, Situationen, Handlungen et cetera. Dies ermutigt die Lerner, Lösungen zu suchen, zu finden, zu erkennen und zu interpretieren – allesamt Schlüsselfähigkeiten für strategisches Management.
Grund drei: Comics fördern die emotionale Intelligenz.
Comics fördern nicht nur Faktenwissen und rationales Denken. Der Ansatz entwickelt auch das Know-how und die emotionale Intelligenz der Lerner – was für jeden Mitarbeiter essenziell ist. "Bei der Diskussion geht es nicht so sehr um die Geschichte in den Comics, sondern um die Interpretationen, die sie ermöglichen – zum Beispiel: Was denkt der Mittel-Manager in dieser Geschichte gerade wirklich? Teilt er die richtigen Informationen mit?", erläutert Le Loarne. "Genauso wie Filme liefern Comics Raum für Schlussfolgerungen und Interpretationen."
Grund vier: Comics erleichtern das Lernen.
In klassischen Seminaren oder Fallbeispielen erinnern sich Lerner besser an Beispiele als an die Theorie. Comics bieten mehrere Anknüpfungspunkte: Die Lerner können sich an Beispiele erinnern, aber auch an Bilder, Schlüsselinformationen in Sprechblasen und andere Aspekte. Mit Comics lässt sich die Idee oder Strategie, die gelehrt werden soll, langfristig einbinden.
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