Nach Bologna-Reform: Wirtschaft unzufrieden mit Uni-Absolventen
Laut der aktuellen Randstad-ifo-Befragung von mehr als 1.000 Personalleitern ist die Zufriedenheit mit der Ausbildung von Hochschulabsolventen bei 32 Prozent der befragten Arbeitgeber gesunken, nur bei zwei Prozent ist sie gestiegen.
Unternehmen unzufrieden mit Bachelor und Master
Bei der Umfrage ging es konkret um die Uniabsolventen, die die Unternehmen eingestellt haben und damit kennen. Am häufigsten gaben Personalleiter in großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern an, die Ausbildung der Hochschul-Absolventen habe sich verschlechtert. Dabei ist auffällig: Bei Unternehmen, die am häufigsten Bachelor- oder Masterstudenten beschäftigen, ist die Zufriedenheit häufiger gesunken als bei anderen Abschlüssen wie Diplom oder Staatsexamen. Den Master-Abschluss sehen die Befragten besonders kritisch. Bei Unternehmen, die vorwiegend Master-Absolventen eingestellt haben, sagten 42 Prozent die Zufriedenheit mit dem Leistungsniveau sei gesunken. (Bologna-Reform gescheitert? Mehr dazu lesen Sie im Beitrag "Bachelor-Absolventen: Zuerst gewollt, nun verstoßen.").
Ausbildung an Universitäten zu verschult
Die größten Defizite sehen die Personalleiter bei der Selbstständigkeit, der Problemlösungskompetenz, dem Abstraktionsvermögen sowie der Allgemeinbildung. Zudem schätzen sie die Ausbildung an Universitäten als zu verschult ein. „Die Studienergebnisse zeigen, dass es eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit gibt. Man kann eben nicht auf der einen Seite die Studienzeit verkürzen, aber gleichzeitig Praxiserfahrung voraussetzen. Universitäten und Unternehmen müssen gemeinsam daran arbeiten, Brücken zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Wir bei Randstad haben zum Beispiel sehr gute Erfahrungen mit dem Dualen Studium gemacht, dass sich in theoretische und praktische Phasen gliedert. Ausbildung und erste Erfahrungen im Job gehen hier Hand in Hand“, so Andreas Bolder, Director Group Human Resources Randstad Deutschland.
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