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| Auslandsentsendung

Machen Expats schneller Karriere? Kennzahlen kaum vorhanden

Auslandsentsendung: Sie gilt als karriereförderlich.
Bild: Haufe Online Redaktion

Auslandsentsendungen gewinnen weiter an Bedeutung. Nach einer aktuellen Studie von Mercer erwarten 55 Prozent einen Anstieg zum Zweck der Talententwicklung. Ob die Karriere und das Talentmanagement dadurch wirklich gestützt wird, evaluieren die Verantwortlichen aber selten.

China, die USA, Brasilien, UK und Australien: Hierhin werden die Talente am häufigsten entsandt. Grund für die Auslandsentsendungen ist an erster Stelle die Bereitstellung von spezifischen technischen Fähigkeiten, die lokal nicht verfügbar sind (47 Prozent). An zweiter Stelle folgt schon die Karriereplanung und Führungskräfteentwicklung (43 Prozent). Dahinter liegen der Wissenstransfer (41 Prozent), die Erfüllung bestimmter Projektanforderungen (39 Prozent) und die Bereitstellung spezifischer Managementfähigkeiten vor Ort (38 Prozent). Das sind Ergebnisse der Studie "Worldwide International Assignments Policies and Practices" (WIAPP) 2012, für die Mercer insgesamt 752 Unternehmen weltweit zu ihren Entsendungsrichtlinien und -praktiken befragt hat.

"Entsendungsprogramme sind vielfältiger geworden. Zwar zählt die Bereitstellung von spezifischen Fähigkeiten in Projekten vor Ort noch immer zu den wichtigsten Faktoren, doch zunehmend rücken auch Karriereplanung, Talentmanagement und -entwicklung sowie das Schaffen von Anreizen für Spitzenkräfte in den Fokus. International ausgerichtete Unternehmen bieten deshalb heute meist eine Auswahl unterschiedlicher Programme je nach Zweck der Entsendung an, um diesen komplexen Anforderungen gerecht zu werden", so Mercer-Expertin Christa Zihlmann.

Mehr jüngere Expats: Personalentwicklung wichtig

Das Durchschnittsalter der Expatriates beträgt zwischen 35 und 55 Jahren. Bei kurzfristigen Entsendungen liegt die Durchschnittsdauer bei acht Monaten, während das Alter dieser Mitarbeiter zu gleichen Teilen auf die Bereiche "unter 35" und "35 bis 55" verteilt ist.

"Im globalen Vergleich entsenden Unternehmen im deutschsprachigen Raum deutlich mehr jüngere Expats. Dies zeigt, dass Trainings- und Entwicklungsentsendungen immer wichtiger werden. Zudem sehen wir auch einen starken Anstieg von Commuter Assignments. Dabei handelt es sich um keine Entsendung im engeren Sinne, der Mitarbeiter pendelt vielmehr für einen bestimmten Zeitraum zwischen Heimatland und Ausland", ergänzt Zihlmann.

Nur wenige Unternehmen evaluieren ihre Entsendungsprogramme

Zwei von drei Unternehmen (65 Prozent) nutzen, abgesehen von Excel und Word, keine Tools zur Nachverfolgung und Steuerung ihrer Auslandsentsendungen und der damit verbundenen Kosten. Nur 16 Prozent der europäischen Unternehmen nutzen spezielle Tools und In-House-Applikationen, während sich Organisationen in den USA eher auf externe Dienstleister verlassen (25 Prozent).

Dieser mangelnde Einsatz von geeigneten Werkzeugen für das Management von Entsendungsprogrammen ist laut den Studienautoren vermutlich ein Grund dafür, dass so wenige Unternehmen ihre internationalen Entsendungen anhand von Kennzahlen evaluieren. Nur sechs Prozent der Firmen erfassen und nutzen entsprechende Daten, wie zum Beispiel die Zahl der Expatriates, die vor Abschluss einer Aufgabe rückgeführt wurden. So gaben auch 63 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen keine Statistiken zur Fluktuation ihrer rückgeführten Expatriates erstellt.

Trotzdem gehen 39 Prozent der Befragten davon aus, dass Mitarbeiter mit internationaler Erfahrung schneller befördert werden. Weltweit verfügen 62 Prozent der Unternehmen über eine detaillierte Kostenprojektion, die Steuern und Sozialversicherungsabgaben einschließt, jedoch vergleichen 56 Prozent der Firmen diese projizierten nicht mit den tatsächlichen Kosten.

Haufe Online Redaktion

Karriere, Auslandsentsendung, Personalentwicklung, Talent Management

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