Warum so viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden
Nicht jeder Jugendliche, der in Deutschland eine Ausbildung machen will, bekommt auch einen Platz: Im vergangenen Jahr standen rund 560.000 freie Plätzen etwa 600.000 Bewerbern gegenüber.
Und weil Angebot und Nachfrage selbst bei ausreichend viel Plätzen nicht immer passen, erhielten 80.000 junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Drei Viertel von ihnen kommen anderweitig unter, gehen etwa weiter auf die Schule. 20.000 bleiben jedoch ohne Stelle.
Was der Staat tut, um Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen
Neben den Ländern fördert auch der Bund die Jugendlichen. Hinzu kommen örtliche Verbände und die Wirtschaft selbst. Mehr als 900 Millionen Euro investiert die Bundesagentur für Arbeit in verschiedene Programme, etwa Stützunterricht für Azubis mit Schwächen, Bewerbungstraining und Sprachförderung. Mehr als 300.000 junge Menschen haben 2016 davon profitiert.
In den Berufsschulen kann zudem der Hauptschulabschluss nachgeholt werden. "Assistierte Ausbildung" – so heißt zum Beispiel ein recht neues Förderinstrument der Arbeitsagentur. Es wird den Betrieben bundesweit angeboten. (Ein Interview zu "Vera", eine Initiative zur Assistierten Ausbildung, bei der Senioren Jugendlichen coachen, lesen Sie hier.)
"Startklar für Ausbildung" wiederum ist ein regionales Projekt, getragen von der Sozialkasse Bau und dem Land Berlin.
Viele junge Erwerbstätige haben dennoch keinen Berufsabschluss
Die Initiativen, um Jugendliche in die Ausbildung zu bringen, tun Not: Denn das Bundesinstitut für Berufsbildung geht für das Jahr 2014 von 1,93 Millionen sogenannten Ungelernten zwischen 20 und 34 Jahren aus. Das entspricht gut 13 Prozent der Menschen in diesem Alter.
Die Zahl der Ungelernten ist in den vergangenen zehn Jahren zwar gesunken. Außerdem ist nicht jeder Ungelernte auf der Suche nach einer Anstellung: Einige sind zum Beispiel Hausfrauen oder Hausmänner. Von den arbeitssuchenden Ungelernten sind allerdings gut 20 Prozent ohne Job.
Rund 50.000 Jugendliche bleiben ohne Schulabschluss
Besonders benachteiligt bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind Jugendliche ohne Schulabschluss. Im Jahr 2015 etwa verließen 5,6 Prozent aller Schulabgänger in Deutschland die Schule ohne Abschluss.
Die Hälfte der rund 47.000 jungen Menschen besuchte Förderschulen, etwa weil er oder sie Lernschwierigkeiten oder eine Behinderung hat. 61 Prozent der Schulabgänger ohne Abschluss sind männlich.
Weitere Gründe dafür, dass trotz einer entspannten Lage am Arbeitsmarkt immer noch zehntausende Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden und warum viele von denen, die einen Ausbildungplatz finden, ihre Ausbildung frühzeitig abbrechen, hat der Bildungsforscher Professor Klaus Klemm der Deutschen Presse-Agentur (DPA) in eimem Interview erläutert, das Sie auf der nächsten Seite lesen.
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