Weg frei für Akademiker von außerhalb der EU
Nach der "Blue Card EU" für Hochqualifizierte, der verbesserten Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und leichteren Einstiegschancen für Studierende aus Nicht-EU-Staaten, versucht die Bundesregierung einen weiteren Schritt zu gehen, um Beschäftigten aus Drittstaaten den unkomplizierten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen und mit qualifizierter Zuwanderung den Fachkräftebedarf der deutschen Wirtschaft zu decken.
Voraussetzungen für die Zulassung der Fachkräfte sind, dass
ihre im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen mit einer deutschen Ausbildung gleichwertig sind und
in dem Beruf ein Engpass besteht, also auf dem deutschen Arbeitsmarkt freie Arbeitskräfte mit einer bestimmten Ausbildung fehlen.
Die Bundesagentur für Arbeit ermittelt die Engpassberufe und erstellt die Positivliste, die regelmäßig an die Arbeitsmarktentwicklung angepasst wird. Zustimmungen zur Beschäftigung in diesen Berufen werden erteilt, wenn die Arbeitsbedingungen der angebotenen Stellen nicht ungünstiger sind als die vergleichbarer inländischer Beschäftigter.
Die vor einem Jahr eingeführte Blue Card für hochqualifizierte Fachkräfte trifft nach «Welt»-Informationen im Ausland kaum auf Resonanz. Von den bislang knapp 9000 verteilten Karten gingen rund 70 % an Ausländer, die sich bereits in Deutschland aufhielten, wie das Blatt (Samstag) berichtete. Bis zum 30. Juni zählte das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge dem Bericht zufolge 8879 Blue-Card-Inhaber. Von ihnen sind demnach 2536 (28,56 %) wegen der blauen Karte eingereist.
«Bei den restlichen Inhabern liegt ein Statuswechsel aus einem anderen Aufenthaltsstatus heraus vor», wurde das Bundesamt zitiert.
Die Blue Card für Hochqualifizierte aus Ländern außerhalb der Europäischen Union wurde zum 1. August 2012 eingeführt, um dem Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen. Dafür müssen ausländische Akademiker einen Arbeitsplatz mit einem bestimmten Jahresgehalt nachweisen. Die meisten Blue-Card-Besitzer kamen dem Bericht zufolge aus Indien (1971) gefolgt von China (775) und Russland (597). Das Bürgerkriegsland Syrien ist mit 389 Akademikern ebenfalls stark vertreten.
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