Löschung von Daten kostet den Arbeitsplatz
Der klagende Mitarbeiter war seit 1. Januar 2009 bei der Beklagten, einem Unternehmen der EDV-Branche in Frankfurt, als Account-Manager beschäftigt.
Nach den Ermittlungen eines Sachverständigen hat er am 29. Juni 2009 gegen 23:00 Uhr am 30. Juni 2009 zwischen 11:02 Uhr und 14:50 Uhr von seinem Benutzer- Account im Betrieb ca. 80 eigene Dateien gelöscht und weitere 374 Objekte, nämlich 144 Kontakte, 51 Emails, 167 Aufgaben und 12 Termine. Hintergrund waren laufende Verhandlungen zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeberin um die Abänderung bzw. Aufhebung seines Arbeitsvertrages.
Am 1. Juli 2009 entdeckte die Arbeitgeberin die Löschungen und kündigte dem Mitarbeiter fristlos, hilfsweise ordentlich zum 31. August 2009.
Das Hessische Landesarbeitsgericht war der Ansicht, das Fehlverhalten des Mitarbeiters rechtfertige die fristlose Kündigung.
Die umfangreiche Datenlöschung am 29. und 30. Juni 2009 habe das Vertrauen in die Integrität des Mitarbeiters vollständig zerstört. Die Daten stünden in der Verfügungsmacht des Arbeitgebers. Eine eigenmächtige Löschung durch einen Arbeitnehmer mit den sich daraus ergebenden internen Problemen und gegenüber Kunden sei ein so erheblicher Verstoß gegen selbstverständliche Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag, dass die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses gerechtfertigt sei.
Auch eine Abmahnung, die in der Regel einer Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen vorangehen muss, sei hier nicht notwendig gewesen. Der Mitarbeiter habe genau gewusst, dass die Löschung der Daten von der Arbeitgeberin auf keinen Fall hingenommen werden würde. (Hess. LAG, Urteil vom 5.8. 2013, 7 Sa 1060/10).
Das Hessische Landesarbeitsgericht hat die Revision zum Bundesarbeitsgericht nicht zugelassen.
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