E-Government: Deutschland schneidet EU-weit schlecht ab

Im aktuellen Bericht der EU-Kommission zum digitalen Fortschritt in der EU schneidet Deutschland schlecht ab. Bei digitalen Behördengängen steht Deutschland nur auf Platz 26 von 28. Die größte Hürde sei hierbei die mangelnde Onlinekommunikation zwischen Behörden und der Öffentlichkeit.

Der am 11. Juni 2019 veröffentlichte DESI-Bericht der EU-Kommission untersucht den digitalen Fortschritt von Wirtschaft und Gesellschaft in der EU. Dabei nimmt er u.a. die Möglichkeit digitaler Behördengänge unter die Lupe. Das Ergebnis: Deutschland hinkt den meisten EU-Staaten bei digitalen Behördengänge weit hinterher.

Mangelnde Onlinekommunikation zwischen Behörden und Öffentlichkeit

Hierbei sei nach Ansicht der EU-Kommission die größte digitale Herausforderung, die Onlinekommunikation zwischen Behörden und Öffentlichkeit zu verbessern. Laut Bericht nutzt nicht einmal jeder zweite deutsche Internetnutzer (43 Prozent) E-Government, im EU-Schnitt sind es 64 Prozent. Damit landet Deutschland in dieser Disziplin auf Platz 26 der 28 EU-Staaten. Nur in Italien und Griechenland nutzen noch weniger Bürger digitale Verwaltungsdienstleistungen.

Umdenken ist erforderlich

Das bereits 2017 verabschiedete Onlinezugangsgesetz soll hier gegensteuern und dazu führen, dass Bürger ihre Verwaltungsanliegen bis spätestens 2022 online erledigen können. Ob dieses Zeitfenster eingehalten wird, bleibt abzuwarten. Dabei genügt jedoch nach Ansicht der EU-Kommission das bloße Einrichten entsprechender digitaler Systeme nicht. Vielmehr müsse ein grundsätzliches Umdenken von Prozessen und Arbeitsweisen in der Verwaltung erreicht werden.

Hohes Potenzial der Kostenersparnis

Ein erfolgreiches E-Government birgt nach Einschätzung der EU-Kommission ein enormes Potenzial bei der Reduzierung von Verwaltungskosten und der Effizienzsteigerung. Die EU-Kommission will dies durch konkrete Maßnahmen, insbesondere die Entwicklung grenzüberschreitender digitaler Verwaltungsleistungen, fördern. 

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