Städte und Gemeinden verbuchten 2016 in allen Bundesländern steigende Steuereinnahmen. Bild: Corbis

Die Städte und Gemeinden konnten im Jahr 2016 deutlich steigende Steuereinnahmen verbuchen. Der Städte- und Gemeindebund begrüßt dieses Ergebnis, weist gleichzeitig aber auf Risiken durch steigende Sozialabgaben hin.

Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes haben Städte und Gemeinden im Jahr 2016 63,8 Milliarden Euro aus der Gewerbe- und Grundsteuer erzielt. Gleichzeitig mahnt der Städte- und Gemeindebund eine differenzierte Betrachtung an. Vor allem der ungebremste Anstieg der Sozialausgaben relativiere dieses auf den ersten Blick sehr gute Ergebnis. Nach wie vor gibt es in Deutschland eine sehr große Zahl von Kommunen, die mit ihren Einnahmen ihre Ausgaben nicht decken können und in einer sehr schwierigen finanziellen Lage sind.

Steigerung der Grund- und Gewerbesteuereinnahmen um 8,2 Prozent

Das Statistische Bundesamt - Destatis - hat die Zahlen zum Realsteuervergleich 2016 veröffentlicht. Demnach sind die Grund- und Gewerbesteueraufkommen im Jahr 2016 um 8,2 % gestiegen. Die Gemeinden in Deutschland haben im Jahr 2016 mit rund 63,8 Milliarden Euro die bisher höchsten Einnahmen aus den Realsteuern (Grundsteuer A und B sowie Gewerbesteuer) erzielt. Dies ist gegenüber 2015 eine Steigerung um 4,8 Milliarden Euro, beziehungsweise 8,2 %.

Die Einnahmenanstiege sind maßgeblich auf die Gewerbesteuer zurückzuführen. Dabei sind teilweise auch Einmal-Effekte bei den Anstiegen gegenüber größeren Gewerbesteuerrückzahlungen in der Vergangenheit zu berücksichtigen. Anzumerken ist laut dem Städte- und Gemeindebund zudem, dass die Steuermehreinnahmen der Gemeinden auch vor dem Hintergrund der sehr stark ansteigenden Sozialausgaben zu sehen sind, was das Gesamtbild relativiert. Weitere kommunale Haushaltsrisiken sind der kommunale Investitionsrückstand von 126 Milliarden Euro sowie das Risiko steigender Zinslasten in Anbetracht der nach wie vor hohen kommunalen Kassenkredite von rund 47 Milliarden Euro. Die positiven Zahlen zu den Steuereinnahmen der Städte und Gemeinden müssen zudem mit Blick darauf gesehen werden, dass es dennoch eine sehr große Zahl von Kommunen in Deutschland gibt, die von einem Haushaltsausgleich nach wie vor sehr weit entfernt sind, sondern im Gegenteil in einer desaströsen Finanzsituation stecken.

Hohe Zunahme bei Gewerbesteuer in Sachsen-Anhalt und Bremen

Die Gewerbesteuer war mit 50,1 Milliarden Euro (+ 9,5 %) maßgeblich an diesen Rekordeinnahmen beteiligt. In allen Bundesländern lag das Gewerbesteueraufkommen über dem Niveau des Vorjahres. Die höchste Zunahme bei den Flächenländern erzielte Sachsen-Anhalt  mit + 27,3 % vor Mecklenburg-Vorpommern mit + 17,0 %. Bei den Stadtstaaten hatte Bremen mit + 32,0 % den höchsten Anstieg gegenüber 2015.

Einnahmen aus Grundsteuer stiegen 2016

Die Einnahmen aus der Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) betrugen 2016 insgesamt 0,4 Milliarden Euro. Dies war gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig mehr (+ 0,1 %). Über die Grundsteuer B (Grund und Boden, der bebaut werden kann und nicht landwirtschaftlich genutzt wird) nahmen die Gemeinden im Jahr 2016 insgesamt 13,3 Milliarden Euro ein und damit 3,4 % mehr als 2015.
Die durch die Gemeinden festgesetzten Hebesätze zur Gewerbesteuer sowie zur Grundsteuer A und B waren weitgehend konstant und wurden nur moderat angehoben. Im Jahr 2016 lag der durchschnittliche Hebesatz aller Gemeinden in Deutschland für die Gewerbesteuer bei 400 % und damit um 1 Prozentpunkt höher als im Vorjahr. Bei der Grundsteuer A stieg der Hebesatz im Jahr 2016 gegenüber 2015 um 5 Prozentpunkte auf durchschnittlich 332 %. Der durchschnittliche Hebesatz der Grundsteuer B nahm gegenüber 2015 bundesweit deutlich um 9 Prozentpunkte zu und lag im Jahr 2015 bei 464 %.

Schlagworte zum Thema:  Kommunen, Steuern

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