08.10.2013 | Top-Thema Kommunaler Haushalt - Forderungen und Forderungsmanagement

Interkommunale Kooperation im Forderungsmanagement

Kapitel
Bild: Haufe Online Redaktion

Im Kontext der Optimierung des kommunalen Forderungsmanagements sind auch verschiedene Modelle der interkommunalen Zusammenarbeit entwickelt worden.

Die administrativ-kaufmännischen Geschäftsprozesse des Forderungsmanagements eignen sich für die Bearbeitung im Verbund mit anderen Kommunen, weil sie einen hohen Standardisierungsgrad und hohe Fallzahlen aufweisen. Folgende Modelle der interkommunalen Zusammenarbeit kommen in Betracht:

  • Interkommunaler Vollstreckungsdienst

  • Interkommunale Gemeinschaftskassen

  • Interkommunale Kassenverbände

Je nach Betriebsgröße kann es auch zweckmäßig sein, die interkommunale Zusammenarbeit nur für bestimmte Teilprozesse zu organisieren. In Betracht kommen Aufgaben mit besonderen Kompetenzanforderungen und Spezialverfahren der Vollstreckung wie Insolvenzen und Zwangsversteigerungen bei Grundstücken. Interkommunale Kooperation bietet sich auch bei dem Auf- und Ausbau der IT-Unterstützung des Forderungsmanagements sowie dem Aufbau eines gemeinsamen Außendiensts an.

In der kommunalen Praxis kommen folgende Modelle vor:

  • Bildung interkommunaler Vollstreckungsdienste

    Zusammenführung des Vollstreckungsinnendiensts und des Vollstreckungsaußendiensts mehrerer Kommunen. Hierbei entsteht eine Schnittstelle zur Buchhaltung und zum Mahnwesen der Gläubigerkommunen. Es kann auch zweckmäßig sein, nur den Vollstreckungsaußendienst interkommunal zusammenzufassen. Beide Varianten entsprechen der Praxis im Verhältnis der Kreise zu den kreisangehörigen Gemeinden.

  • Bildung interkommunaler Gemeinschaftskassen

    Die Gemeinschaftskassen sollten mit den Aufgaben Buchhaltung, Zahlungsverkehr, Mahnwesen, Vollstreckung betraut werden. Eine praxisrelevante Schnittstelle entsteht hier zur Veranlagung, insbesondere im Bereich Steuern und Grundbesitzabgabe

  • Bildung interkommunaler Steuer- und Kassenverbände

    Hier sollten die Aufgaben Veranlagung, Buchhaltung, Zahlungsverkehr, Mahnwesen und Vollstreckung angesiedelt sein. Praxisrelevante Schnittstellen entstehen zu den übrigen Veranlagungsverfahren.

Schlagworte zum Thema:  Forderung, Forderungsmanagement, Kommunaler Haushalt

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