Der Einsatz von Wärmepumpen lohnt sich auch finanziell. Bild: Corbis

Wärmepumpen helfen Wohngebäudeinvestoren, rechtliche Normen zu erfüllen. Wohnraumlüftung und dezentrale Frischwasserbereitung sorgen als weitere Komponenten für höchste Effizienz.

EnEV spielend erfüllen

Die Wärmepumpe ist ein zukunftssicheres System. Die Politik setzt für die Zukunft auf eine Versorgung auch des Wärmemarktes durch stromgeführte Systeme. Biogas oder Bioheizöl kommen allein schon aus Kapazitätsgründen nicht infrage. Lediglich Biomasse in Form von Holz spielt eine kleine Rolle.

Wer erneuerbar heizen will, sollte also auf die Wärmepumpe setzen. Sie garantiert die Erfüllung auch künftiger Verschärfungen der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Weitere Gesetze sprechen ebenfalls für die Wärmepumpe. So das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das für Neubauten gilt. In Baden-Württemberg gibt es mit dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) ein zusätzliches landeseigenes Gesetz, das für den Bestand gilt. Hier werden bei energetischen Sanierungen die Normen für den Neubau aus dem EEWärmeG an den Bestand angepasst. Heißt: mindestens 15 Prozent Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung. Schon bei einer 50 prozentigen Abdeckung von Warmwasser und Heizung erfüllt eine Wärmepumpe die Anforderungen des EWärmeG allein.

Die geplante Zusammenlegung von EnEV und EEWärmeG zu einem GebäudeEnergieGesetz (GEG) wird die Wärmepumpe zukünftig voraussichtlich noch besser stellen. Zwar ist das Vorhaben in der letzten Legislaturperiode gescheitert, doch B90/Grüne haben das GEG weiterhin in ihren Wahlprogrammen auf dem Schirm. Und die CDU/CSU will alle energetisch relevanten Technologien auf ihre Umweltverträglichkeit hin prüfen. Deswegen gelte für alle Brennstoffe, so die Union, ob und in welchem Umfang es der jeweiligen Gewinnungs- und Umwandlungstechnologie gelinge, Emissionen von Treibhausgasen, anderen Schadstoffen und sonstige schädliche Auswirkungen deutlich zu reduzieren - Vorteil Wärmepumpe.

Fünf Punkte für zukunftssicheres Bauen

Die folgenden fünf Punkte zeigen kurz und anschaulich, warum das Bauen mit der Wärmepumpe im Neubau nicht nur zukunftssicher, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist:

  1. Neben der EnEV sind das weitere, neue Anforderungen an die energetische Gebäudequalität- und -bilanz, die mit der Energiewende kommen. Sie betreffen die persönliche CO2-Bilanz jedes Bewohners, aber auch den Bauherren. Sie werden den Wohnkomfort auf einen neuen Standard heben. Will man dies mit alter Technik erfüllen, macht das den Neubau teuer und unattraktiv.
  2. Wirtschaftlichkeit, Komfort und Effizienz sind mittels intelligenter Kombination möglich. Gleichzeitig gelingt die problemlose Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen.
  3. Systemlösungen, die auch Warmwasser, Wärme, Kühlung und Lüftung beinhalten, gibt es heute intelligent abgestimmt aus einer Hand, etwa von Stiebel Eltron. Hohe staatliche Förderungen erleichtern die Investitionsentscheidung für solche Systeme.
  4. Das wiederum ermöglicht neue Vermarktungskonzepte für die Wohnungswirtschaft: Beste Gebäude können zu attraktiven Preisen erstellt, verkauft oder vermietet werden. Es entstehen hochwertige, zukunftssichere Wohnungen zu günstigen Konditionen. Das wiederum ermöglicht pauschale Mietmodelle, in denen die Nebenkosten, weil gut kalkulierbar, enthalten sind und die für Planungssicherheit bei allen Beteiligten sorgen. Das wiederum spricht für die Zukunftsfähigkeit eines wärmepumpenbasierten Systems.
  5. Zum Schluss eine alte Bauherrenweisheit in etwas modernisierter Form: Es lohnt sich, energetisch besser zu bauen.

Doch wie kann man besser bauen?

Würde man ein Wohngebäude mit 9 Wohneinheiten und gut 840 Quadratmetern Wohnfläche für 27 Bewohner klassisch mit einer Gas-Brennwerttherme beheizen, käme man um die Vorgaben der aktuellen EnEV trotzdem zu erfüllen auf zusätzliche Investitionskosten von gut 98.000 Euro gegenüber dem nicht mehr baubaren Referenzgebäude der EnEV. Eine Förderung wäre in dem gewählten Beispiel nur in geringem Maße für die Solarthermieanlage möglich. Der Primärenergiebedarf liegt bei gut 42 kWh je m2 und Jahr.

Schon der Tausch des Brenners gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe als Heizsystem würde die zusätzlichen notwendigen Maßnahmen deutlich verringern, sodass man lediglich auf Investitionskosten von rund 61.500 Euro käme, von denen noch 2.000 Euro gefördert werden könnten. Der Primärenergiebedarf läge bei diesem Beispiel bei 34 kWh je m2 und Jahr.

Ertüchtigt man die Gebäudehülle auf KfW-55-Standard und setzt eine Luft-Wasser-Wärmepumpenanlage, günstige dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sowie Frischwasserstationen, käme man zwar auf Investitionskosten von gut 119.000  Euro. Von denen würden jedoch 45.000 Euro durch Fördergelder abgedeckt werden. Die Investitionskosten lägen also bei 74.000 Euro. Der Primärenergiebedarf beträgt dann nur noch 24 kWh je m2 und Jahr. 

Es ist also wenig ratsam, einen Neubau nach den alten Referenzdaten der EnEV in der Fassung von 2014 zu errichten -  mit den üblichen Komponenten Brennwerttechnik und feuchtegeregelte Abluftanlage - und dann zu versuchen, etwa über die Solarthermieanlage und mit einer besseren Dämmung die verschärften Forderungen der EnEV-Fassung von 2016 zu erreichen. Derartige Einzelmaßnahmen erzeugen im Endeffekt keine oder kaum spürbare Auswirkungen auf die Energieeffizienz, den Wohnkomfort und die Zukunftssicherheit des Gebäudes

Deswegen sollten Technologien zum Einsatz kommen, die zum einen den sparsamen Verbrauch der eingesetzten Energieart garantieren, zum anderen den Wohnkomfort deutlich anheben. Dafür stehen drei Technologien:

  1. Wärmepumpe
  2. Dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung
  3. Dezentrale Wohnungsstationen

Warum ist diese Lösung effizient?

Die Wärmepumpe nutzt zu einem Großteil kostenlose Umweltenergie. Das garantiert schon per se eine bessere Energieeffizienz gegenüber Systemen wie der Brennwerttechnik.

Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung nutzen die in der verbrauchten Luft vorhandene Wärme und führen sie in das System zurück, sodass dieses insgesamt effizienter wird. Die Heizenergieverluste lassen sich so um bis zu 90 Prozent reduzieren. Moderne dezentrale Systeme funktionieren ohne eine aufwendige Verrohrung, was den Einbauaufwand deutlich verringert und das System auch in der Installation wirtschaftlich attraktiv macht.

Wohnungsstationen schließlich sind hervorragend geeignet, die Heizwärme an die Wohnungen zu übergeben, und übernehmen darüber hinaus punktgenau und passend die Versorgung der Bewohner mit warmem Wasser. Die in den Beispiellösungen eingesetzten Geräte verfügen zudem über eine elektrische Nacherwärmung. So werden die Vorteile der niedrigen Systemtemperaturen in Sachen Effizienz der Wärmepumpenanlage und niedrige Leitungswärmeverluste gekoppelt mit den Annehmlichkeiten und Vorteilen einer dezentralen Warmwasserversorgung, etwa in Bezug auf Abrechnung und Legionellenschutz.  Viel besser geht`s nicht.

Wärmepumpe: idealer Erfüller der EnEV

Das Nutzen erneuerbarer Energien und von Umgebungswärme macht die Wärmepumpe zum zukunftsichersten System im Wärmemarkt. Frank Jahns, Vertriebsleiter Deutschland von Stiebel Eltron, spricht im Interview über die gesetzlichen Anforderungen und die Fördermöglichkeiten. Jetzt Video ansehen.

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