Kapitel 17: Prüfung / aa) Gegenstand und Umfang der Prüfung
 

Tz. 37

Den Prüfungsgegenstand bildet gem. § 317 Abs. 2 HGB der Lagebericht nach § 289 HGB bzw. der Konzern­lagebericht nach § 315 HGB.

Der Prüfungsumfang erstreckt sich auf insgesamt drei Paragraphen und gliedert sich wie folgt:[30]

  • Feststellung im Hauptteil des Prüfungsberichts, ob der Lagebericht den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags oder der Satzung entspricht (§ 321 Abs. 2 Satz 1 HGB)
  • Ausführungen im Prüfungsbericht zur Beurteilung der Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns durch die gesetzlichen Vertreter unter Beachtung der künftigen Entwicklung sowie des Fortbestands des Unternehmens bzw. Konzerns (§ 321 Abs. 1 Satz 2 HGB)
  • gesonderte Behandlung bestandsgefährdender Risiken im Bestätigungsvermerk (§ 322 Abs. 2 Satz 3 HGB)
  • Prüfung, ob ein Einklang zwischen Lagebericht und Abschluss sowie den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen besteht (§ 317 Abs. 2 Satz 1 1. Halbsatz HGB)
  • Prüfung, ob eine zutreffende Vorstellung von der Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns vermittelt wird (§ 317 Abs. 2. Satz 1 2. Halbsatz HGB)
  • Prüfung, ob die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dargestellt werden (§ 317 Abs. 2. Satz 2 HGB)
  • Prüfung, ob die gesetzlichen Vorschriften zur Aufstellung des Lage- oder Konzernberichts beachtet worden sind (§ 317 Abs. 2 Satz 3 HGB)
  • Prüfung, ob die Angaben zur Unternehmensführung nach § 289a bzw. § 315 Abs. 5 HGB gemacht wurden (§ 317 Abs. 2 Satz 4 2. Halbsatz HGB), nicht die Angaben selbst (§ 317 Abs. 2 Satz 4 1. Halbsatz)
 

Tz. 38

Durch § 321 Abs. 2 Satz 1 HGB determiniert der Gesetzgeber, dass die Einhaltung der gesetzlichen und gesellschaftsrechtlichen bzw. satzungsmäßigen Vorschriften vom Abschlussprüfer zu prüfen ist. Die relevanten gesetzlichen Vorschriften zum Lagebericht finden sich in §§ 289, 289a und 315 HGB. Eine Konkretisierung dieser Vorschriften erfolgt durch die Bestimmungen des DRS 20 und DRS 17. Werden vom BMJ bekanntgemachte Standards des DRSC zur Konzernrechnungslegung beachtet, wird vermutet, dass damit zugleich die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung zur Konzernrechnungslegung befolgt werden (vgl. § 342 Abs. 2 HGB). Prüfungspflichtig sind grundsätzlich sämtliche verpflichtenden, aber auch freiwillig im (Konzern-)Lagebericht getätigten Angaben.[31] Dies gilt beispielsweise für Aussagen über Aspekte der unternehmerischen Nachhaltigkeit, die zunehmend im Lagebericht aufgenommen werden.

[30] Hoffmann/Lüdenbach, HGB, § 317 HGB Rn. 66.
[31] Schmidt/Almeling, in: BBK, § 317 HGB Rn. 31.

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