Kapitel 11: Kapitalflussrec... / bb) Zuschnitt operativer Segmente – Abgrenzung
 

Tz. 120

Die interne Berichterstattung und Steuerung bildet die Grundlage der Abgrenzung für die Segmentberichterstattung. Diese muss vorliegen, da die Steuerung eines kapitalmarktorientierten Unternehmens die Implementierung eines internen Berichts- und Steuerungswesens voraussetzt. Dieses muss auch den gesetzlichen Vorgaben zur Früherkennung von Risiken genügen (§ 91 Abs. 2 AktG).

 

Tz. 121

Eine einheitliche Segmentierung ist nicht zwingend erforderlich. Denkbar wäre insbesondere auch eine gemischte Segmentierung, sofern dies intern der Steuerung dient.

 

BEISPIEL[62]

Die A-AG produziert vier unterschiedliche Produkte (P1–P4). Die "Produkte 1" und "2" werden in der "Region 1" und die "Produkte 3" und "4" in der "Region 2" hergestellt. Maßgeblicher Entscheidungsträger ist der Vorstand, der die Geschäftsentwicklung überwacht und die Entscheidungen zur Ressourcenallokation für "Region 1" auf Basis der dort produzierten Produkte trifft. Bzgl. "Region 2" findet die Entscheidungsfindung für die Region als Ganzes statt.

Gemischte Segmentierung

 
  P1 P1 Region 2
Umsätze
Darstellung im Segmentbericht
 

Tz. 122

Wird mehr als ein Segmentierungskriterium verwendet, ist auf die Segmentierung abzustellen, die dem Adressaten am ehesten entscheidungsrelevante Informationen vermittelt. Dies gilt zum Beispiel im Fall von Matrixorganisationen.

Exemplarische Darstellung einer Matrixorganisation

Die Segmentberichterstattung muss sich an der Gesamtsituation des Unternehmens sowie einer praktikablen möglichen internen Steuerung orientieren. Sofern z. B. der Regionalmanager nur schwach ausgeprägte Kompetenzen hat, wären Produkte die eher geeignete Steuerungsperspektive.

 

Tz. 123

Die Abgrenzung operativer Segmente zeitigt auch Konsequenzen für die Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts und den damit notwendigen Wertminderungstests nach IAS 36. IAS 36.80 verweist bei der Bestimmung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (cash generating units; CGU) auf IFRS 8. Demnach darf eine CGU maximal so groß wie ein operatives Segment i. S. d. IFRS 8.5 – vor Zusammenfassung – sein.[63]

[62] In Anlehnung an Lüdenbach/Hoffmann/Freiberg, IFRS, § 36 Rn. 25.
[63] Schulz-Danso, in: Beck IFRS-Hdb., § 21 Rn. 44 f.; Freiberg, PiR 2010, 55 (55).

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