Hans Groß und Wolfgang Müller sind Gesellschafter der G&WOHG. Hans Groß hat der G&WOHG ein Darlehen von 200.000 EUR zum Zinssatz von 5 % gewährt. Die Überweisung der Darlehenszinsen (10.000 EUR jährlich) erfolgt quartalsmäßig.

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung Betrag
2114 Zinsen für Gesellschafterdarlehen 2.500 1200 Bank 2.500
 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
7316 Zinsen für Gesellschafterdarlehen 2.500 1800 Bank 2.500
 
Praxis-Beispiel

Unverzinsliches Gesellschafterdarlehen: Abzinsung erforderlich

Die X-GmbH befindet sich in finanzieller Schieflage. Einer ihrer Gesellschafter gewährt ihr ein Gesellschafterdarlehen i. H. v. 60.000 EUR. Eine Verzinsung wird nicht vereinbart, die Laufzeit beträgt 5 Jahre.

Folge: Unverzinsliche Darlehen müssen abgezinst werden

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG sind unverzinsliche Verbindlichkeiten mit einem Zinssatz von 5,5 % abzuzinsen. Bei der Bewertung des unverzinslichen Darlehens wird der Darlehensbetrag mit einem Vervielfältiger aus der Tabelle zu § 12 Abs. 3 BewG multipliziert. Bei einer 5-jährigen Laufzeit beträgt dieser 0,765.

  • Das Darlehen ist am Bilanzstichtag 01 mit 45.900 EUR (60.000 EUR × 0,765) anzusetzen.
  • Der Unterschiedsbetrag i. H. v. 14.100 EUR ist im Jahr der Darlehensgewährung als laufender Ertrag zu versteuern.

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1200 Bank 60.000 1705 Darlehen 45.900
      2683 Zinserträge aus der Abzinsung von Verbindlichkeiten 14.100
 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1800 Bank 60.000 3560 Darlehen 45.900
      7141 Zinserträge aus der Abzinsung von Verbindlichkeiten 14.100
 
Praxis-Tipp

Von einem unverzinslichen Gesellschafterdarlehen ist abzuraten

Zwar steht es dem Gesellschafter frei, seiner GmbH ein Darlehen unverzinst oder verzinst zu gewähren. Aber ein unverzinsliches Darlehen wird abgezinst und der Unterschiedsbetrag muss als außerordentlicher Ertrag versteuert werden. Um dieser misslichen Folge zu entgehen, sollten Gesellschafterdarlehen wenigstens geringfügig verzinst werden. Nach der Verwaltungsauffassung des BMF[1] genügt ein Zinssatz von mehr als 0 %.

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