Begriff

Wertaufholung bedeutet, dass Vermögensgegenstände (handelsrechtlich) oder Wirtschaftsgüter (steuerrechtlich) nach einer außerplanmäßigen Abschreibung, die in einem früheren Jahresabschluss erfolgt ist, auf den tatsächlich bestehenden höheren Wert zugeschrieben werden.

Verbindlichkeiten und Rückstellungen werden entsprechend von einem höheren Wertansatz, der durch Zuschreibung in einem früheren Jahresabschluss gebildet worden ist, auf den tatsächlich bestehenden niedrigeren Wert abgeschrieben ("Wertminderungsgebot"[1]).

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Handelsrechtlich ergibt sich die Wertaufholung der Vermögensgegenstände aus § 253 Abs. 5 Satz 1 HGB. Steuerrechtlich folgt die Wertaufholung der Wirtschaftsgüter aus § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 4, Nr. 2 Satz 3 EStG und aus § 7 Abs. 1 Satz 7 2. Halbsatz EStG. Für Verbindlichkeiten besteht die Wertaufholung (bzw. Wertminderung) auf einen niedrigeren Ansatz handelsrechtlich aus § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB und steuerrechtlich aus § 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 EStG und für Rückstellungen handelsrechtlich aus § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB sowie steuerrechtlich aus dem Maßgeblichkeitsgrundsatz.[2]

Das BMF hat sich zur Wertaufholung im Schreiben v. 16.7.2014 geäußert.[3]

[1] Kiesel, in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG KStG Kommentar, § 6 EStG Rz. 697, Stand: 12/2019.

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