Durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz v. 29.6.2020 (BGBl 2020 I S. 1512) wird der steuerliche Verlustrücktrag (§ 10d Abs. 1 Satz 1 EStG) für die Jahre 2020 und 2021 von bisher 1 Mio. EUR (bzw. 2 Mio. EUR bei Zusammenveranlagung) auf maximal 5 Mio. EUR (bzw. 10 Mio. EUR) erweitert. Der Rücktragszeitraum bleibt auf ein Jahr begrenzt.

Die Erhöhung der Höchstbetragsgrenzen beim Verlustrücktrag kann bereits (auf Antrag) durch Anpassung der Steuervorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 berücksichtigt werden (§ 110 Abs. 1 Satz 1 EStG). Aus der Corona-Krise resultierende Verluste können über eine nachträgliche Herabsetzung und damit (teilweise) Erstattung der Vorauszahlungen für 2019 genutzt werden. Dies ist pauschal für 30 % des für 2019 zu Grunde gelegten Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit) zulässig und betraglich auf die Höhe des (erhöhten) Verlustrücktrags gedeckelt (§ 110 Abs. 1 Sätze 1 und 2 sowie Abs. 3 EStG). Der Steuerpflichtige hat aber auch die Möglichkeit, im Einzelfall unter Einreichung detaillierter Unterlagen (z. B. betriebswirtschaftliche Auswertungen) einen höheren rücktragsfähigen Verlust darzulegen (§ 110 Abs. 2 EStG). Der pauschale Verlustrücktrag tritt an die Stelle des pauschalierten Verlustrücktrags nach dem BMF-Schreiben v. 24.4.2020 (BStBl 2020 I S. 496), das mit Inkrafttreten des Zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes aufgehoben wurde.

Voraussetzung für einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen für 2019 ist, dass die Vorauszahlungen für 2020 auf Null herabgesetzt wurden (§ 110 Abs. 1 Satz 3 EStG). Führt die Herabsetzung von Vorauszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2019 aufgrund eines voraussichtlich erwarteten Verlustrücktrags für 2020 zu einer Nachzahlung bei der Steuerfestsetzung für den Veranlagungszeitraum 2019, so kann dieser Betrag auf Antrag des Steuerpflichtigen zinslos gestundet werden (§ 111 Abs. 4 EStG). Die Stundung ist befristet bis spätestens einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids für den Veranlagungszeitraum 2020.

 
Hinweis

Für die Inanspruchnahme des vorläufigen Verlustrücktrags ist die Abgabe einer Einkommensteuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2020 notwendig (§ 111 Abs. 5 EStG). Eine Anpassung hinsichtlich der Nutzung von gewerbesteuerlichen Verlusten enthält das Gesetz nicht.

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