Risikomanagement: Umsetzung... / 5 Schlussfolgerungen

Jedes Unternehmen muss die für seinen Zweck und im Rahmen seiner Möglichkeiten (Ressourcen, IT-System, Managementunterstützung) passende Risikomanagementlösung finden. Da es im vorgestellten Projekt darum ging, eine einfache, integrierte Lösung für ein mittelständisches Unternehmen aufzubauen, sollte es nach den zukünftigen Bedürfnissen des Unternehmens ausgebaut und weiterentwickelt werden. Zur Optimierung des vorgestellten Risikomanagementsystems gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, von multidimensionalen Rechenmodellen bis zur Monte-Carlo-Simulation.[1] Bei der Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems sollten folgende Gestaltungsempfehlungen berücksichtigt werden:

  • Etablierung und Aufrechterhaltung von unternehmensweiten risikopolitischen Grundsätzen sowie einer fest definierten Risikostrategie
  • Systematische und frühzeitige Identifikation der unternehmerischen Risikolandschaft auf Basis von thematischen Risikokategorien, die auf das Steuerungsmodell abgestimmt sind
  • Vollständige Quantifizierung der identifizierten Risiken durch fachbereichsübergreifende Diskussionen in Workshops oder Expertenrunden
  • Berücksichtigung von Wechselwirkungen und Aggregationseffekten zwischen den Einzelrisiken zur Bestimmung der Gesamtrisikoposition des Unternehmens
  • Szenarioberechnung der künftigen Risikolandschaft und Festlegung von Soll- und Maximalwerten für die Einzelrisiken und die Gesamtrisikoposition des Unternehmens
  • Ableitung eines ausgewogenen, flexiblen Risikosteuerungsmixes aus Vermeidung, Verminderung, Überwälzung und Akzeptanz risikobehafteter Aktivitäten
  • Planung und Budgetierung der Maßnahmen zur Risikosteuerung durch Simulationsrechnungen und Szenario-Analysen
  • Laufende Überwachung der Risikoindikatoren sowie permanente Fortschrittskontrolle der eingeleiteten Steuerungsmaßnahmen durch Standard- und Ad-hoc-Berichterstattung
  • Festlegung von Steuerungsreaktionen bei der Überschreitung eines Frühwarnindikators (Sofortmaßnahmen oder Notfallpläne)
  • Sicherstellung einer aktuellen und für Dritte nachvollziehbaren Dokumentation der Elemente und Regelungen des Risikomanagementsystems im Risikomanagement-Handbuch
  • Flexible Anpassung der aufbau- und ablauforganisatorischen Gestaltung des Risikomanagementsystems an Änderungen der unternehmerischen Organisationsstruktur
  • Integration des Risikomanagements in das bestehende Planungssystem, um eine Steuerung des Unternehmens nach Ergebnis- und Risikoaspekten zu erreichen
  • Synchronisation von Risikomanagement- und Reportingprozessen durch gezielte Abstimmung von Berichtsempfängern, -inhalten und -zyklen.
  • Schaffung eines hierarchieübergreifenden Risikobewusstsein im Unternehmen durch Beteiligung aller Mitarbeiter am Prozess des Risikomanagements
  • Verknüpfung des Risikomanagements mit Incentive-Systemen, um die direkte Verbindung von unternehmerischer Verantwortung und Risikomanagementverantwortung zu betonen
[1] Gleißner (2008), S. 141 ff.

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