Einkaufsprozesse effizienter gestalten

Trotz der unterschiedlichen Gegebenheiten ist der Ansatz, sich in Benchmarks zyklisch mit anderen Unternehmen zu vergleichen, um die eigenen Prozesse besser bewerten und ggf. anpassen zu können, auch für den Einkaufsbereich zu empfehlen. Die sog. "Best-in-Class"-Unternehmen weisen dabei besonders effiziente Ausgestaltungen auf und repräsentieren somit das Zielbild für viele andere. Eine Studie des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) aus dem Jahr 2014 kam dabei zu dem Ergebnis, dass sich diese Unternehmen insbesondere durch 5 Eigenschaften auszeichnen:[1]

  • Einkaufsstrategie: Die Sichtweise des Einkaufs als Werttreiber – und ein damit verbundener hoher Stellenwert – ermöglicht die Entwicklung einer umfassenden Einkaufsstrategie für alle Warengruppen.
  • Frühzeitige Einbindung: Wenn der Einkauf bereits in frühen Entwicklungsphasen eingebunden wird, übersteigen die Einsparpotenziale die damit verbundenen Mehrkosten um ein Vielfaches. Best-in-Class-Unternehmen weiten dies sogar häufig auf nicht traditionelle Einkaufsfelder, wie Marketing- oder Reiseleistungen, aus.
  • Hohe Automatisierungsquote: Indem Bestellvorgänge zunehmend automatisiert werden, können Kosteneinsparungen realisiert werden. Effiziente Unternehmen erhöhten diese Quote im Schnitt von 50 auf 67 % und konnten damit die Kosten um 30-50 % senken.
  • Lieferantenmanagement: Regelmäßige Lieferantenbewertungen, bspw. mittels eines ABC-Schemas, führen zu einer Verschlankung des Lieferantenstamms, einer Erhöhung der Liefertermintreue und einer Verringerung der Reklamationsquote um durchschnittlich 10-20 %.
  • Regelmäßiges Controlling und externes Benchmarking: Zwei Drittel der Best-in-Class-Unternehmen gaben an, regelmäßig eigene Prozesse zu überwachen und diese mit anderen Unternehmen zu vergleichen.

An diesen Grundsätzen sollten Unternehmen ihre eigenen Prozesse messen und anpassen, um ihren Einkaufsprozess effizienter zu gestalten.

[1] Vgl. BME, 2017, S. 8.

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