4.10.1 Kurzdarstellung des Prozesses

Ziele und Inhalte

Ziele der betriebswirtschaftlichen Beratung durch Controller sind die bereichsübergreifende Koordination und Rationalitätssicherung von Entscheidungen innerhalb des Management-Prozesses der Zielfindung, Planung und Steuerung. Controller gestalten die Controlling-Hauptprozesse und sorgen als Dienstleister dafür, dass diese im Unternehmen zur Anwendung kommen. Sie unterstützen als "Sparringpartner" bzw. "kaufmännisches Gewissen" das Management mit zweckmäßigen Instrumenten und entscheidungsrelevanten Informationen, zeigen die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen von Handlungsalternativen auf und schaffen dabei bereichsübergreifend Transparenz bezüglich Strategie, Ergebnis, Finanzen und Prozessen.[1]

[1] Vgl. International Group of Controlling (Hrsg.), 2011, S. 45.

4.10.2 Prozessqualität

IGC-Tipp: Betriebswirtschaftliches Know-how

Eine ausreichende Durchdringung des Managements mit betriebswirtschaftlichem Know-how erleichtert die Serviceerbringung der Controller und ermöglicht es den internen Kunden, Controlling-Ergebnisse besser interpretieren und daraus Entscheidungen bzw. Handlungen ableiten zu können. Es ist wichtig, dass Controller in internen Trainings präsent sind, um (unternehmens-)spezifisches Wissen an die Controlling-Kunden zu bringen.

KPI "Durchdringungsgrad bwl. Know-how"

 
Berechnung Einheit
Stabs- und Linienfunktionen mit bwl. Qualifikation (Köpfe)/Stabs- und Linienfunktionen gesamt (Köpfe) * 100 %

Interpretationshinweis:

Controlling-Berichte richtig interpretieren und entscheidungsbezogen einsetzen zu können setzt betriebswirtschaftliche Kompetenz der Entscheidungsträger voraus. Zur Messung der Kennzahl ist eine organisatorische Abgrenzung notwendig (z. B. Betrachtung bis xte Managementebene inklusive Projektverantwortliche). Zusätzlich ist eine Trennung in primäre und sekundäre (z. B. durch interne Schulungsmaßnahmen erreichte) Qualifikation sinnvoll.

IGC-Tipp: Partnering

Das Controller-Leitbild propagiert stark das Partnering, d. h. die aktive Kooperation zwischen Management und Controllern. Unternehmen, die ein Partnering zulassen und fördern, binden Controller in die Standard-Meeting-Routinen und Entscheidungsgremien, aber auch wesentliche Projektvorhaben aktiv ein. Die Intensität der Einbindung der Controller in Entscheidungsprozesse lässt Rückschlüsse auf deren Akzeptanz zu.

KPI "Involvement in Veränderungsprojekten" (FTE)

 
Berechnung Einheit
FTE Controller in Veränderungsprojekten/FTE Controller-Organisation * 100 %

Interpretationshinweis:

Das Ausmaß der Einbindung der Controller in Veränderungsprojekte macht die Intensität der aktiven Zusammenarbeit mit dem Business messbar und misst die Bedeutung, die die Unterstützung von Veränderungsprojekten in der Controller-Organisation hat. Der Nutzen der Veränderungsprojekte bzw. das notwendige Ausmaß der Controller-Einschaltung sind separat zu beurteilen

Außerdem bietet sich zumindest als Schätzung die Überprüfung der Einbindung der Controller in die Management-Routinen (Teilnahmequote, "Redeanteile") an, um den Umfang der Interaktion zwischen Controlling und Management gesamthaft objektivieren zu können.

Erfüllung der Kunden­bedürfnisse

Die Erfüllung der Kundenbedürfnisse ist in allen Controlling-Prozessen relevant, in besonderem Maße aber im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Beratung. Ein hohes Maß an Interaktion zwischen Controllern und dem Management ermöglicht es, auch aus Sicht der Controller-Kunden einen wahrnehmbaren Nutzen zu stiften. Zur Darstellung der Kennzahl s. Kapitel 4.1.

4.10.3 Zeitnähe und Termintreue

IGC-Tipp: Rasche Verfügbarkeit

Die Kunden der Controller erwarten zeitnah Unterstützung in laufenden Geschäftsroutinen, aber auch bei anlassbezogenen Anfragen. Es ist daher wesentlich, dass Ressourcen der Controller-Organisation zeitnah verfügbar sind.

KPI "Durchlaufzeit Anfragenbeantwortung"

 
Berechnung Einheit
Durchschnitt: Arbeitstage von Start (Ad-hoc-Anfrage) bis Ende (Bereitstellung entscheidungsrelevanter Daten) AT

Interpretationshinweis:

Die Handlungsfähigkeit des Managements steigt durch die schnelle Beantwortung anlassbezogener Anfragen. Es wird angenommen, dass eine Beschleunigung ohne Qualitätsverlust möglich ist (z. B. durch Reduktion von Liege-/Leerzeiten). Die Dauer der Anfragebeantwortung hängt sowohl von der kapazitativen Ausstattung, dem vorhandenen geschäftsspezifischen Know-how als auch dem IT-unterstützten Zugriff auf die Daten ab.

 
Praxis-Tipp

Empfehlungen zur betriebswirtschaftlichen Beratung

… zur Steigerung der Prozessqualität:

  • Controlling- bzw. betriebswirtschaftliches Know-how kann Top-Management-Funktionen in individuellen, auf deren konkrete Bedürfnisse zugeschnittenen Coachings (z. B. Business Cases) vermittelt werden.
  • Ein Jour fixe zwischen dem Leiter der Controller-Organisation und den Führungskräften fördert das Zusammenwirken.
  • Controller sind zielgerichtet in Entscheidungsprozesse einzubinden.

… zur Verbesserung von Zeitnähe und Termintreue:

  • Durch eine breite Know-how-Basis und Stellvertretungen kann eine qualitätsvolle und zeitnahe Betreuung des Manage...

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