BWA: Praktische Tipps für d... / 2.2 Bewegungsbilanz findet Vermögen

An dieser Stelle macht so mancher den Realitätsabgleich: So viel sollen wir verdient haben? Wo ist denn dieser Ertrag geblieben? Auch diese Frage kann die BWA beantworten – mithilfe der Bewegungsbilanz. Hier wird übersichtlich dargestellt, wofür die finanziellen Mittel verwendet wurden und wo sie herkamen.

Die Vermögens- und Kapitalpositionen – z. B. Maschinen, Bürogeräte, Bankguthaben, Eigen- und Fremdkapital – werden in der Bewegungsbilanz verschiedenen Euro-Beträgen zugeordnet. Das vorläufige Ergebnis ist hier ebenfalls zu finden, in der Zeile "vorläufiger Gewinn/Verlust". Die eigentliche Aussage darüber, wo das Geld geblieben ist, trifft die Spalte "Erhöhung der Aktiva/Minderung der Passiva".

 
Praxis-Beispiel

Zu viel entnommen…?

Der Inhaber wundert sich: Eigentlich läuft es in seinem Unternehmen rund, er hat viele Aufträge, das Ergebnis stimmt. Trotzdem reicht es hinten und vorne nicht. Der Blick in die Bewegungsbilanz zeigt, warum: Dort ist für das Quartal ein vorläufiger Gewinn von rund 7.000 EUR ausgewiesen. In der Spalte "Minderung der Passiva" ist jedoch in der Zeile "Privat" ein Betrag von knapp 14.000 EUR zu finden. Der Unternehmer hat dem Betrieb also mehr als doppelt so viel für sein Privatleben entnommen. Woher das restliche Geld kommt, zeigt die Spalte "Mittelherkunft": Hier ist in der Zeile "Kasse/Bank" eine Summe von knapp 7.800 EUR genannt – offensichtlich hat der Unternehmer seinen Kontokorrent zur Finanzierung genutzt.

Die Frage nach dem finanziellen Status kann nur dann abschließend beantwortet werden, wenn auch die Liquidität berücksichtigt wird. Liquidität bedeutet in diesem Zusammenhang nichts anderes als die ausreichende Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. Können Rechnungen bezahlt werden, können Verbindlichkeiten fristgerecht und vollständig bedient werden? Sollte sich hier eine Liquiditätslücke abzeichnen, ist es wichtig rechtzeitig gegenzusteuern. Hilfreich ist hier eine Liquiditätsplanung, die vor allem diese Punkte ins Blickfeld rückt:

Die wichtigsten Punkte der Liquiditätsplanung

  • Wie hoch wird der Umsatz im definierten Zeitraum voraussichtlich ausfallen?
  • Wie hoch werden die Kosten im gleichen Zeitraum sein?
  • Wann werden die ausstehenden Rechnungen im definierten Zeitraum voraussichtlich bezahlt?
  • Ist im gleichen Zeitraum Kapitaldienst zu leisten (Tilgungen, Zinsen)?
  • Welche Investitionskosten fallen in dieser Zeit an?
  • Wie viel Geld muss regelmäßig für den Lebensunterhalt aus dem Unternehmen entnommen werden?

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