Die EU-Kommission hat am 21.4.2021 einen Entwurf für eine neue Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive – CSRD) von Unternehmen vorgelegt. Die CSRD ändert die Richtlinie 2013/34/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (EU-Bilanz-Richtlinie). Übergreifende Regelungen der EU-Bilanz-Richtlinie gelten auch für die CSRD, soweit sie nicht in der CSRD explizit anderweitig geregelt werden. Die CSRD soll die geltende Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung (Non Financial Reporting Directive – NFRD) ersetzen.

Nach der CSRD müssen Unternehmen, die in ihren Geltungsbereich fallen, künftig einen Nachhaltigkeitsbericht als Teil des (Konzern-)Lageberichts erstellen und diesen gesondert prüfen lassen.

Die CSRD ist ein zentrales Element in einer Reihe von Gesetzen auf EU-Ebene, die darauf abzielen, die Transparenz im Bereich der Nachhaltigkeit erheblich zu erhöhen. Die Anforderungen der CSRD sollen in Einklang mit anderen EU-Regulierungen des European Green Deal stehen. So ist der Anwenderkreis der CSRD ebenso von den Berichtspflichten der EU-Taxonomieverordnung betroffen. Ziel ist es, die Investitionsströme aus dem Finanzsektor an Unternehmen zu fördern, die sich mit nachhaltigen Aktivitäten beschäftigen. Dies ist ein wesentlicher Beitrag, damit die EU ihrer Verpflichtung des Abkommens von Paris nachkommen kann, bis 2050 CO2-neutral zu werden.

Ziel der CSRD ist es, bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung ein mit der Finanzberichterstattung vergleichbares Maß an Aussagekraft und Verlässlichkeit zu erreichen, sodass Finanzunternehmen, Investoren und die breite Öffentlichkeit auf Nachhaltigkeitsinformationen vertrauen und diese für Entscheidungen nutzen. Mit der CSRD ist ein deutlich erweiterter Kreis von Unternehmen von der Berichtspflicht betroffen als durch die NFRD.

Am 21.6.2022 wurden die Trilog-Verhandlungen zur CSRD beendet. Die Schluss-Abstimmung im EU-Parlament steht noch aus. Hierdurch sind noch Änderungen möglich. Unsere Ausführungen beruhen auf dem am 30.6.2022 veröffentlichten ersten Entwurf des Richtlinientextes nach Abschluss der Verhandlungen.

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