Rz. 45

Beim sale and lease back wird im ersten Schritt der Leasinggegenstand vom zukünftigen Leasingnehmer/Verkäufer an den Leasinggeber/Käufer verkauft. Im nächsten Schritt wird ein Leasingvertrag abgeschlossen, nach welchem der Leasingnehmer/Verkäufer den Leasinggegenstand zurückleast. Sale-and-lease-back-Transaktionen werden in der Praxis i. d. R. zur Generierung von Liquidität, häufig aber auch zur Hebung stiller Reserven, vorgenommen. Bei Sale-and-lease-back-Transaktionen erfolgt die Zurechnung nach dem allgemeinen Grundsatz der wirtschaftlichen Betrachtungsweise, d. h., der Leasinggegenstand ist auf Grundlage der oben dargestellten Kriterien dem wirtschaftlichen Eigentümer zuzurechnen. Liegt das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber, geht der Leasinggegenstand bei einer Sale-and-lease-back-Transaktion beim Leasingnehmer ab und es kommt zu einer Gewinnrealisierung. Eine Gewinnrealisierung kommt aber nur insoweit in Betracht, wie der Veräußerungspreis den Zeitwert des Leasinggegenstands nicht überschreitet.[1] Verbleibt das wirtschaftliche Eigentum hingegen beim Leasingnehmer, kommt eine Gewinnrealisierung nicht in Betracht. Bei Zweifelsfragen hinsichtlich Sale-and-lease-back-Geschäften sowie Sale-and-buy-back-Gestaltungen wird auch auf IDW ERS HFA 13 n. F. verwiesen.

[1] Zur Gewinnrealisierung bei Sale-and-lease-back-Transaktionen vgl. Hennberg/Flick, in Schulze-Osterloh/Hennrichs/Wüstemann/Wüstemann, Handbuch des Jahresabschlusses (HdJ) I8, Rz 250 ff., Stand 2/2020 sowie IDW, WPH Edition, Wirtschaftsprüfung & Rechnungslegung, 17. Aufl. 2021, Kap. F Tz 1340.

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