ABC der wichtigsten materie... / Beteiligungen
  • Allgemeines:

    Beteiligungen sind Finanzanlagen und gehören zum Anlagevermögen.[1] Sie sind dazu bestimmt, dem eigenen Geschäftsbetrieb durch Herstellung einer dauerhaften Verbindung zu dem Beteiligungsunternehmen zu dienen; im Zweifel gelten Anteile an Kapitalgesellschaften von mehr als 20 % als Beteiligungen.[2]

    • Die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft gehört zum notwendigen Betriebsvermögen eines Einzelgewerbetreibenden, wenn sie entweder dazu bestimmt ist, seine gewerbliche (branchengleiche) Betätigung entscheidend zu fördern, oder wenn sie dazu dient, den Absatz seiner Produkte zu gewährleisten.[3] Wenn die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft zum Betriebsvermögen eines Einzelgewerbetreibenden gehört, ist auch die Hingabe eines Darlehens an diese Gesellschaft regelmäßig betrieblich veranlasst.[4]
    • Die Anteile des Besitzunternehmers und beherrschenden Gesellschafters der Betriebskapitalgesellschaft an einer anderen Kapitalgesellschaft, welche intensive und dauerhafte Geschäftsbeziehungen zur Betriebskapitalgesellschaft unterhält, gehören zum notwendigen Betriebsvermögen des Besitz(einzel)unternehmens. Gewährt der Besitzunternehmer dieser anderen Kapitalgesellschaft zu deren Stützung in der Krise[5] ein Eigenkapital ersetzendes Darlehen, gehört der Anspruch auf Rückzahlung grundsätzlich ebenfalls zum notwendigen Betriebsvermögen des Besitz(einzel)unternehmens.[6]
    • Der Anteil eines Steuerberaters an einer GmbH, deren Betrieb der Steuerberatungspraxis wesensfremd ist, gehört auch dann nicht zum Betriebsvermögen, wenn er in der Absicht erworben wurde, das steuerliche Mandat der GmbH zu erlangen[7] oder wenn die anderen Gesellschafter der GmbH Mandanten des Steuerberaters sind und der Beteiligung wirtschaftliches Eigengewicht beizumessen ist.[8] Sollen Honoraransprüche eines Steuerberaters in der Weise erfüllt werden, dass er Anteile an einer GmbH erwirbt, um diese Anteile später, nachdem ihr Wert verabredungsgemäß durch verbilligten Erwerb von Betriebsvermögen der GmbH gesteigert worden ist, wieder zu veräußern, gehören die GmbH-Anteile zum notwendigen Betriebsvermögen des Steuerberaters.[9]
    • Beteiligt sich ein Rechtsanwalt an einer Kapitalgesellschaft, kann diese Beteiligung notwendiges Betriebsvermögen sein, wenn der Rechtsanwalt durch den Erwerb der Beteiligung seinen Einfluss auf die Gesellschaft behalten will, um weiterhin mit Mandaten betraut zu werden.[10]
    • Anteile an einer Wohnungsbau-GmbH können zum notwendigen Betriebsvermögen eines Malermeisters gehören.[11]
    • Die Beteiligung eines in der Bundesrepublik ansässigen freiberuflichen Architekten an einer Bauträger-AG in der Schweiz und eine Darlehensforderung gegen diese Gesellschaft können zum notwendigen Betriebsvermögen des Architekten gehören. Das ist der Fall, wenn die Beteiligung an der Kapitalgesellschaft mit der freiberuflichen Tätigkeit in einem engen wirtschaftlichen Zusammenhang steht, z. B. wenn sie unerlässliche Voraussetzung für seine umfangreiche, hinreichend konkretisierte freiberufliche Tätigkeit ist.[12]
  • Beteiligungen an Kapitalgesellschaften

    Hierzu gehören z. B. Aktien und GmbH-Anteile. Sie sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem an deren Stelle tretenden Wert anzusetzen.[13]

    • Aktien einer Zuckerfabrik, die ein Rüben anbauender Landwirt erworben hat, und mit denen satzungsgemäß Anbau- und Lieferverpflichtungen verbunden sind, gehören auch dann zum Anlagevermögen und damit zum notwendigen Betriebsvermögen des Landwirts, wenn die Verpflichtungen viele Jahre nicht beansprucht oder eingefordert worden sind.[14]
    • Aktien eines selbstständigen Börsenmaklers, die dieser zur Erfüllung seiner Courtageforderung erhält, gehören wegen des betrieblichen Zusammenhangs zu seinem Betriebsvermögen.[15]
    • Die Anschaffungskosten einer betrieblichen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft umfassen neben den ursprünglichen Anschaffungskosten auch die Nachschüsse sowie alle sonstigen Kapitalzuführungen durch die Gesellschafter, die auf der Ebene der Kapitalgesellschaft zu offenen oder verdeckten Einlagen führen. Anders als im Anwendungsbereich des § 17 EStG führt die betrieblich veranlasste Gewährung eines Eigenkapital ersetzenden Darlehens des Gesellschafters an seine Kapitalgesellschaft, deren Anteile der Gesellschafter in seinem Betriebsvermögen hält, grundsätzlich nicht zu nachträglichen Anschaffungskosten des Gesellschafters auf die Beteiligung. Die entsprechende Darlehensforderung ist ein eigenständiges Wirtschaftsgut des Betriebsvermögens.[16]

      Eine Teilwertabschreibung ist bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zulässig.[17] Auf (entgeltlich erworbene) eigene Anteile kommt regelmäßig eine Teilwertabschreibung nicht in Betracht.[18]

    • Einlage: Werden Wirtschaftsgüter i. S. d. § 20 Abs. 2 EStG, zu denen auch Aktien, GmbH-Anteile, Genussrechte, ähnliche Beteiligungen sowie Anwartschaften auf Beteiligungen gehören, in das Betriebsvermögen eingelegt, hat dies ab 2008 mit dem Teilwert für den Zeitpunkt der Zuführung, höchstens jedoch mi...

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